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Begünstigt ein bestimmtes Schlafprofil das Auftreten von Herzinfarkten?

Forschungsprojekt der Herzstiftung untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen nächtlichen bzw. Tages-Schlafgewohnheiten und Herzinfarkten gibt.

Ehepaar das schläft
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Mehr als nur Erholung: Schlaf als blinder Fleck der Forschung

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in Deutschland. Als Risikofaktoren wurden u.a. Diabetes, Bluthochdruck, erhöhtes Cholesterin und Rauchen identifiziert – die über einen längeren Zeitraum das Gefäßsystem schädigen. Wenig erforscht ist, welche Rolle bestimmte Schlafcharakteristiken dabei einnehmen. Auf der Suche nach möglichen Auslösern (neben Belastung, Stress, Drogen) fiel auf, dass Herzinfarkte gehäuft in den Morgenstunden und am Nachmittag auftreten. Prof. Dr. med. Andreas Stang (MPH) und sein Projektteam vom Universitätsklinikum Essen wollen daher den „Zusammenhang zwischen Schlafcharakteristiken und dem Auftreten von Herzinfarkten“ untersuchen. Die Deutsche Herzstiftung fördert die Studie mit 69.928,56 Euro.

Screening, Befragung, Datengenerierung

Aufgrund der Ähnlichkeit der Risikofaktoren werden in der geförderten ACROSSS-Studie (Acute Coronary Syndrome, Stroke and Sleep) sowohl Infarkt- als auch Schlaganfall-Patienten zur Teilnahme eingeladen. Das Team befragt diese Patienten zu ihren Schlaf- und Lebensgewohnheiten sowie zu Ereignissen und Tätigkeiten vor dem lebensbedrohenden Ereignis. Zur Erzeugung verwertbarer medizinischer Daten werden mobile Screening-Geräte mit Sauerstoff- und Atemsensor sowie Aktimeter eingesetzt.

Bild von Prof. Strang
© Universitätsklinikum Essen Prof. Dr. med. Andreas Stang (MPH) - Leiter des Instituts für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (IMIBE) am Universitätsklinikum Essen.

„Schlafcharakteristiken sind im Zusammenhang mit dem Auftreten von Herz- und Hirninfarkten bisher zu wenig beforscht worden. Es gibt Anhaltspunkte, dass bestimmte Schlafcharakteristiken das Risiko für Herz- und Hirninfarkte eher senken, während andere dieses Risiko eher steigern. Je mehr wir über diese Zusammenhänge und Abläufe wissen, desto besser können wir mögliche Risikosituationen vorhersagen, desto sicherer können wir insgesamt vorbeugen, diagnostizieren, therapieren."
Prof. Dr. med. Andreas Stang, MPH

Forschung soll dazu beitragen, Herzinfarkte zu verhindern

In den Besonderheiten des Schlafverhaltens vermuten die Forscher unterschätzte Risiken für massive Ereignisse wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Die Ergebnisse der ACROSSS-Studie können dazu beitragen,

  • Strategien zu entwickeln, um Risikofaktoren rechtzeitig abzuschätzen,
  • Methoden der Prävention zu entwickeln und zu verfeinern,
  • die Genesung betroffener Patienten noch besser zu unterstützen.

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