Herz-Mythen

Mythen zur Herzgesundheit: Was stimmt, was ist falsch?

Täglich werden Menschen mit Informationen zum Thema Herzgesundheit aus unterschiedlichen Quellen konfrontiert. Auch befinden sich darunter „Mythen“ mit Aussagen zu Herz und Kreislauf, die teils richtig, teils aber auch falsch sind. Im Folgenden finden Sie eine Auswahl bekannter Mythen rund um das Thema Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Herz-Vorsorge.

Unsere Auswahl von Herz-Mythen soll Ihnen dabei helfen, sich angesichts einer Vielzahl an Informationen besser zurechtzufinden: Welche Aussage zur Vorbeugung von Herz-Risiken sowie zu schädigenden und schützenden Effekten von Nahrungsmitteln oder Medikamenten stimmen und welche sind unzutreffend?

Informationen zu Herz-Mythen, die Ihnen bei Ihrer Herz-Vorsorge helfen:

(Klicken Sie sich durch)

  • Ist die Einnahme von Vitaminen sinnvoll?

    Mythos-Vitamine

    Nein. Sollten Sie Vitamine einnehmen, v. a. auch ohne Kenntnis über einen Mangel, ist hiervon dringend abzuraten. Im besten Fall hat die Einnahme dann nämlich keinen Effekt, wobei Hinweise bestehen, dass die Einnahme von Vitaminen in Tablettenform sogar schädlich ist. Statt hierfür unnötig Geld auszugeben, wäre unsere Empfehlung auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Dazu gehört natürlich auch mehrmals täglich Obst und Gemüse zu essen.

     
  • Kaffee erhöht den Blutdruck und schadet dem Herzen

    Mythos-Kaffee

    Falsch. Zwar kann Kaffee den Blutdruck durch das enthaltene Koffein kurzfristig erhöhen. Wer regelmäßig Kaffee trinkt, erfährt eine andere Wirkung auf den Blutdruck als Menschen, die nur gelegentlich Kaffee trinken. Vier bis fünf Tassen Kaffee sind, auf zwei bis drei Mal am Tag verteilt, unbedenklich. Zu Bluthochdruck führt Kaffeegenuss auf keinen Fall, auch nicht bei regelmäßigem Kaffeekonsum. Personen, die unter Herzrhythmusstörungen leiden, sollten allerdings beobachten, ob durch das Kaffeetrinken diese Störungen verstärkt auftreten. Dann sollte man auf diese Getränke verzichten oder entkoffeinierten Kaffee trinken. Ein Wissenschaftler-Team (Poole R., BMJ, 2017) konnte in einer Daten-Analyse aus 200 Studien zeigen, dass sich bei Kaffeetrinkern das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall im Untersuchungszeitraum um 15 Prozent verringerte. Die positiven Effekte werden unter anderem auf bioaktive Substanzen im Kaffee mit anti-entzündlicher oder anti-oxidativer Wirkung zurückgeführt.

     
  • Mittelmeerküche schützt vor Herzinfarkt und Schlaganfall

    Mythos-Ernährung

    Richtig. Mehrere Studien haben gezeigt, dass die mediterrane Küche, wie sie die Herzstiftung propagiert, die Gefahr für Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich senken kann. Die traditionelle Form der Mittelmeerküche setzt auf Gerichte mit erntefrischem Gemüse, Salat, Hülsenfrüchten, Obst, Vollkorn- und Milchprodukte. Weniger Fleisch und mehr Fisch sowie pflanzliches Eiweiß, lautet die Devise. Ebenso der Verzicht auf Salz zugunsten frischer Kräuter. Oliven- oder Rapsöl sorgen für Elastizität der Arterien. Bei Personen, die bereits einen Herzinfarkt hatten, senkt die Mittelmeerküche das Risiko für einen erneuten Herzinfarkt um die Hälfte.

     
  • Salz erhöht den Blutdruck

    Mythos-Salz

    Richtig. Ein Salzkonsum von über 12 g pro Tag erhöht den Blutdruck und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle. Der Gesamtkonsum von Salz sollte nach den Europäischen Leitlinien auf 8-9 g pro Tag beschränkt werden. Dies entspricht etwa dem durchschnittlichen täglichen Salzkonsum in Deutschland. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt jedoch eine Höchstmenge von sechs Gramm Salz pro Tag. Besonders Personen mit grenzwertig erhöhten Blutdruckwerten oder Patienten mit erhöhtem Blutdruck sollten salzreiche Gerichte nur selten und sparsam konsumieren. Besonders viel Salz steckt in Fertiggerichten, aber auch Brot, Käse und Wurst enthalten in aller Regel nicht unbedeutende Mengen Salz. Brot und Brötchen machen den größten Anteil der täglichen Salzaufnahme aus: in 100 g Brot (also etwa einer Scheibe Roggenmischbrot) sind ca. 1,5 g Salz enthalten. Wer auf seinen Salzverzehr achten möchte, sollte zu salzärmeren Brotsorten wie Pumpernickel, Vollkorntoast oder Roggenvollkornbrot greifen. Kaliumreiche Nahrungsmittel wie Obst (Trockenobst, Aprikosen, Bananen, Himbeeren, Honigmelone, Johannisbeeren, Kiwi) und Gemüse (alle Kohlsorten, Hülsenfrüchte, Karotten, Kohlrabi) haben einen eher blutdrucksenkenden Effekt – ein weiteres Argument für die mediterrane Kost!

     
  • Der Herzinfarkt ist eine Männerkrankheit

    Mythos-Männerkrankheit

    Falsch. Es erkranken und sterben zwar mehr Männer am Herzinfarkt als Frauen (bei allen anderen Herzkrankheiten sterben mehr Frauen als Männer), aber auch Frauen erleiden Herzinfarkte wie Männer und für sie gelten nahezu die gleichen Risikofaktoren wie für Männer (Ausnahme: die Pille ist ein zusätzlicher Risikofaktor für Frauen). Wegen des hormonellen Gefäßschutzes durch das natürliche Geschlechtshormon Östrogen erhöht sich bei Frauen das Infarktrisiko im Zuge der Menopause später als bei Männern. Auch bei Frauen sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Todesursache.

     
  • Raucherinnen leben gefährlicher als Raucher

    Mythos-Raucherinnen

    Richtig. Raucher haben im Vergleich zu Nichtrauchern ein knapp dreifach erhöhtes Risiko für das Auftreten eines Herzinfarkts, starke RaucherInnen haben ein sechsfach erhöhtes Risiko für die koronare Herzkrankheit (KHK). Wissenschaftler haben in einer Studie mit über 3.000 Patientinnen herausgefunden, dass bei Frauen unter 50 Jahren sich das Rauchen besonders negativ auf die Herzgesundheit auswirkt. Mögliche Gründe für das höhere Herzinfarktrisiko junger Raucherinnen: Nikotinkonsum kann den Östrogenspiegel im Blut senken – das weibliche Geschlechtshormon schützt allerdings vor Arteriosklerose, dem „Verkalken“ der Gefäße, und infolgedessen vor Herzinfarkten. Zudem haben Frauen kleinere Herzkranzgefäße als Männer: Durch das Rauchen ausgelöste chronische Entzündungen können sich deshalb schneller auswirken und zu kritischen Gefäßengpässen führen.

     
  • ASS schützt bei Gesunden vor Herzinfarkt und Schlaganfall

    Mythos-ASS

    Falsch. Hat ein Mensch kein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall, raten Kardiologen von einer regelmäßigen Einnahme des Blutverdünners Acetylsalicylsäure (ASS) ab. Studien haben ergeben, dass die Gabe von ASS bei Personen mit niedrigem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen nur sehr geringfügige Effekte gezeigt hat. Jedoch steht diesem moderaten Nutzen ein erhöhtes Blutungsrisiko gegenüber. Deshalb wird die vorbeugende niedrigdosierte ASS-Gabe bei Personen ohne erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in aktuellen Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) nicht empfohlen. Für Patienten mit einer Herz- oder Kreislauferkrankung ist die Behandlung mit ASS zur Vorbeugung von Blutgerinnseln jedoch ratsam.

     

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