Viel Gemüse und viel Obst beugen Herz- und Gefäßerkrankungen vor. Das haben zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen bereits belegt. Weiter erforscht wird aber, auf welchen Inhaltsstoffen und Mechanismen die positive Wirkung der pflanzlichen Kost im Einzelnen beruht. So gibt es seit einiger Zeit Hinweise darauf, dass der Pflanzenfarbstoff Lycopin vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen - und damit der Todesursache Nummer eins in den Industrieländern - schützen kann. Lycopin kommt vor allem in Tomaten vor, dem in Europa am zweithäufigsten verwendeten Gemüse.
Wenig bekannt ist allerdings noch über die Wirkungskette von der frischen und weiterverarbeiteten Tomate bis zu deren Effekten auf den Gesundheitszustand von Herz und Kreislauf. So sind der Lycopin-Gehalt in Tomatenprodukten und die vorbeugende Wirkung von Lycopin bisher nicht ausreichend miteinander verknüpft, weil nicht die gesamte Nahrungskette und der gesamte Weg „von der Ernte bis auf den Tisch” berücksichtigt wurde. In dem internationalen LYCOCARD-Projekt will die Deutsche Herzstiftung dazu beitragen, hier zu neuen Erkenntnissen zu kommen und diese in Ernährungsempfehlungen für die Verbraucher umzusetzen.
Teampartner in dem von der Europäischen Union mit mehr als 5 Millionen Euro geförderten LYCOCARD-Projekt, das vom Institut für Ernährungswissenschaft der Universität Jena koordiniert wird, sind Wissenschaftler, Technologen und Lebensmittelexperten aus insgesamt 15 Institutionen, Organisationen und Firmen in sechs Ländern. Sie erforschen viele Einzelheiten von der Rohware bis zum fertigen Tomaten-Produkt, von der Zusammensetzung der bioaktiven Inhaltsstoffe bis zur Wirkung in biologischen Systemen. Die Deutsche Herzstiftung wird die erwarteten Forschungsergebnisse dazu nutzen, entsprechend aktualisierte Empfehlungen für eine herzgesunde Ernährung zu entwickeln und diese zu verbreiten. Die Resultate des bis zum Jahr 2011 laufenden LYCOCARD-Projekts, so hoffen die Deutsche Herzstiftung und ihre Teampartner, könnten so die Herz-Kreislauf-Gesundheit der Verbraucher verbessern und gleichzeitig Kosten im Gesundheitswesen senken.
Detaillierte Informationen zu diesem Projekt gibt es (in deutscher und englischer Sprache) auf der LYCOCARD-Website.