Immer wieder können Menschen durch rechtzeitige Herz-Lungen-Wiederbelebung gerettet werden. Der dramatische Augenblick, in dem sich Retter und Geretteter so nahe sind, geht schnell vorbei und nachher wissen die Beteiligten noch nicht einmal die Namen voneinander. So ging es Alexander Hügel, der an einer Mannheimer Straßenbahnhaltestelle einen Mann rettete, aber sein weiteres Schicksal nicht in Erfahrung bringen konnte. Deswegen fasste er den Entschluss, an alle Kliniken im Großraum Mannheim folgenden Brief zu schreiben:
Am Freitag, den 19. November 2004 war ich Fahrgast der Linie 5 in Richtung Mannheim,
als es zu einem tragischen Zwischenfall kam.
Beim Versuch in die Bahn einzusteigen, fiel ein älterer Herr nach hinten und
blieb regungslos auf dem Boden liegen. Eine türkische Frau und ich rannten
zu dem Verunglückten, um ihm zu helfen. Der Mann war nicht ansprechbar und hörte auf zu atmen.
Nun fingen wir also sofort an, den Mann zu reanimieren. Bald hatten wir ihn soweit,
dass er wieder selbständig atmete. Als der Notarzt kam, halfen wir, den Mann auf
die Trage zu heben und verließen kurz danach den Unglücksort.
Mir geht diese Situation nicht mehr aus dem Kopf, und ich hoffe, dass der Mann
überlebt hat.
Da ich nicht weiß, in welches Krankenhaus der Mann eingeliefert
wurde, weiß ich nicht, wie ich in Erfahrung bringen kann, ob alles positiv verlaufen ist oder nicht.
Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie in Erfahrung bringen könnten,
ob der Mann in Ihre Klinik eingeliefert wurde und überlebt hat.
Der Brief hatte Erfolg. In dem Universitätsklinikum Mannheim-Heidelberg wurde
der Mann gefunden: Dieter Ruck (Foto). Jetzt hat Dieter Ruck die Herzstiftung gebeten,
seinen Retter Alexander Hügel zu ehren:
Die behandelnden Ärzte des
Universitätsklinikums Mannheim-Heidelberg haben wiederholt darauf hingewiesen,
und mir bestätigt, dass mein Überleben ausschließlich auf das beherzte Eingreifen
bzw. das schnelle und richtige Handeln des Lebensretters Alexander Hügel
zurückzuführen ist. Die Klinik konnte ich zwischenzeitlich nach einer
geglückten Herzoperation mit drei Bypässen verlassen.
Ich bin daher der festen Überzeugung, dass ein solch beispielhaftes Verhalten
von Mitbürgern einer Anerkennung bzw. einer Auszeichnung bedarf und
würde mich daher außerordentlich über eine Auszeichnung von
Alexander Hügel freuen.
Dieser Bitte ist die Herzstiftung mit Freuden nachgekommen.
Kennen Sie einen Lebensretter, der für sein mutiges Eingreifen die Auszeichnung
der Deutschen Herzstiftung erhalten sollte, dann sagen Sie uns Bescheid.
Ihre Ansprechpartnerin:
Margot Divé
Telefon 069 955128-111
dive@herzstiftung.de