Pressemitteilung der Deutschen Herzstiftung

Synkopen bei Kindern: Plötzlich bewusstlos – was tun?

Kostenfreier Ratgeber informiert Eltern über Warnzeichen (wann harmlos, wann gefährlich?) und Maßnahmen für den Notfall

(Frankfurt a. M., 27. März 2017) Es beginnt mit Schwindel, Schwächegefühl oder Benommenheit – und plötzlich schwinden Kraft und Sinne: Jeder dritte Mensch erlebt im Laufe seines Lebens eine Synkope. Häufig sind Kinder betroffen. Für Eltern sind die kurzen Momente der Bewusstlosigkeit (im Volksmund „Ohnmachtsanfälle“) oft beängstigend – dabei ist ein Großteil der Synkopen bei Kindern harmlos. In einigen Fällen steckt allerdings eine Organstörung hinter der Bewusstlosigkeit. Wie Eltern im Ernstfall handeln und wann die Vorfälle beim Arzt abgeklärt werden sollten, erklärt der kostenfreie Ratgeber „Synkopen bei Kindern und Jugendlichen: Wenn plötzlich Kraft und Sinne schwinden“, der bei der Deutschen Herzstiftung (www.herzstiftung.de) per Tel. unter 069 955128400 oder per E-Mail unter bestellung@herzstiftung.de angefordert werden kann. Die Synkope unterscheidet sich durch den kurzzeitigen, aber gänzlichen Verlust des Bewusstseins vom Kreislaufkollaps, bei dem Betroffene bei Bewusstsein bleiben.

Langes Stehen und Flüssigkeitsmangel als Auslöser
Eine Synkope entsteht, wenn das Gehirn kurzzeitig schlecht durchblutet wird. Es kommt zu Bewusstseinsverlust und akutem Verlust der Muskelspannung. "40 Prozent aller Synkopen im Laufe des Lebens ereignen sich vor dem 18. Lebensjahr, vorzugsweise bei Jugendlichen im Mittel um zwölf Jahre“, sagt der Kinderkardiologe Prof. Dr. med. Herbert E. Ulmer (Heidelberg) vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. Bei Kindern und Jugendlichen ist in der Mehrzahl der Fälle eine harmlose Herz-Kreislauf-Störung die Ursache. Auslöser sind häufig langes Stehen in Menschenansammlungen, oft auch in Verbindung mit Flüssigkeits- oder Schlafmangel. Meist dauert die Bewusstlosigkeit nur wenige Minuten, gelegentlich wird sie von Krämpfen begleitet. Kehrt das Bewusstsein zurück, sind Betroffene noch kurz benommen, erholen sich aber meist wieder schnell.
Der zweite Gipfel des Auftretens von Synkopen liegt bei älteren Erwachsenen über 65 Jahren. Ursachen und Mechanismen unterscheiden sich in den beiden Gruppen jedoch ganz erheblich. Die Prognose ist bei den jugendlichen Betroffenen, von wenigen Ausnahmen abgesehen, deutlich besser als bei den älteren Patienten. „Für Synkopen in jedem Lebensalter gilt, dass das Ereignis selbst, so dramatisch es auch ablaufen mag, keine eigenständige Krankheit, sondern ein wichtiges Symptom ist, das auf vielfältige unterschiedliche Grunderkrankungen oder verschiedene Funktionsstörungen hinweisen, die der Abklärung durch den Kinderarzt, bei Erwachsenen durch den Hausarzt oder Internisten, bedarf“, unterstreicht Prof. Ulmer. Grunderkrankungen können z. B. ein angeborener Herzfehler, eine erworbene Herzkrankheit (Herzrhythmusstörungen) oder eine neurologische Erkrankung (Epilepsie) sein. Bei den Funktionsstörungen handelt es sich um Fehlregulationen des Kreislaufs, bei denen der Körper nicht angemessen auf Außenreize wie Hitze oder langes Stehen reagieren kann.

Bei diesen Anzeichen sofort den Notarzt rufen
In seltenen Fällen kommen zur Bewusstlosigkeit anhaltende Krämpfe, Atemnot oder ein zu schneller oder zu langsamer Herzschlag. In diesen Fällen sollten Eltern oder andere Anwesende sofort den Notarzt rufen (Notruf 112). und entsprechende Notfallmaßnahmen einleiten. Auch wenn die Bewusstlosigkeit während körperlicher Belastung oder im Schlaf auftritt, einen Sturz verursacht oder nach mehr als zwei Minuten das Bewusstsein nicht wiederhergestellt ist, sollte sofort ein Notarzt gerufen werden. Bei bekanntem Herzfehler des Betroffenen oder wiederholtem Auftreten ist ebenfalls notärztliche Hilfe erforderlich. Der Ratgeber zur Synkope bietet eine übersichtliche Auflistung der Situationen, in denen ein Notarzt zu rufen ist.

So handeln Eltern im Ernstfall
Bahnt sich der „Kreislaufkollaps“ an oder ist er schon eingetreten, sind folgende Maßnahmen wichtig:

  • Falls möglich, Sturz vermeiden und den Betroffenen flach auf den Rücken legen
  • Atmung und Herzschlag prüfen
  • Stabile Seitenlage nur bei andauernder Bewusstlosigkeit
  • Beine gestreckt anheben über Herzniveau
  • Wiederbelebung nur bei Herzstillstand
  • Einengende Kleidung lockern und für frische Luft sorgen
  • Akut nichts zu trinken und keine Medikamente geben
Je genauer Eltern über die Anzeichen und Auslöser einer Synkope Bescheid wissen, umso besser können sie im Ernstfall reagieren. Wann genügen die genannten Akutmaßnahmen und wann muss der Notarzt gerufen werden? In welchen Fällen sollte die Ursache der Bewusstlosigkeit näher abgeklärt werden? Die Herzstiftung informiert in dem Ratgeber ausführlich und verlässlich über die verschiedenen Formen der Synkopen sowie deren Behandlung und Prognose.
Tipp: Der kostenfreie Ratgeber „Synkopen bei Kindern und Jugendlichen – Wenn plötzlich Kraft und Sinne schwinden“ (18 S.), verfasst von dem renommierten Heidelberger Kinderkardiologen Prof. Dr. Herbert E. Ulmer, kann telefonisch unter 069 955128400 und per E-Mail unter bestellung@herzstiftung.de bei der Herzstiftung bestellt werden.

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(Bildnachweis: Alle Illustrationen: medicalARTWORK, Mainz/Gestaltung „herzblatt“: Ramona Unguranowitsch; Illustrationen: medicalARTWORK, Mainz.)

10a/2017
Informationen:
Deutsche Herzstiftung e.V.
Pressestelle:
Michael Wichert/Pierre König
Tel. 069/955128-114/-140
Fax: 069/955128-345
E-Mail: wichert@herzstiftung.de/
koenig@herzstiftung.de
www.herzstiftung.de

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