Aus der Sprechstunde der Deutschen Herzstiftung

„Erhöhen Light-Getränke tatsächlich das Herzinfarkt-Risiko?“

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Light-Getränke

Unlängst wurde eine Studie veröffentlicht, in der das tägliche Trinken von Light-Getränken mit Gesundheitsschäden einherging (z. B. Herzinfarkte und Schlaganfälle). Wie diese Ergebnisse von medizinischer Seite einzuschätzen sind und inwieweit bereits der gelegentliche Konsum von Light-Getränken schädlich ist, erläutert die folgende Experten-Antwort, die Sie möglicherweise schon in der Sprechstunden-Rubrik von HERZ HEUTE gelesen haben. (Die Zeitschrift geht Herzstiftungs-Mitgliedern automatisch 4x pro Jahr frei Haus zu.)

Die Sprechstunden-Frage im Wortlaut: „In einer Zeitung las ich kürzlich, Light-Getränke wie z. B. Cola light erhöhten das Herzinfarkt-Risiko wesentlich. Leider konnte ich darüber nichts finden. Wie ist es damit tatsächlich? Da ich etwas abnehmen möchte, trinke ich seit einiger Zeit statt Coca-Cola nur Coca-Cola Zero. Ich bin mit 70 kg bei 180 cm Größe nicht besonders stark übergewichtig, aber doch einige Kilo von meinem früheren Gewicht entfernt.“ (Ernst D., Neumünster)

Die Experten-Antwort:

Prof. Helmut Gohlke
Prof. Dr. med. Helmut Gohlke

Meiner Antwort möchte ich vorausschicken, dass Sie mit einem BMI von 21,6 eher etwas untergewichtig sind, jedenfalls unterhalb des Bereiches, der als optimal angesehen wird (BMI 22-25).

Die Studie, die Sie ansprechen, ist 2012 im „Journal of General Internal Medicine“ erschienen (Titel: „Diet Soft Drink Consumption is Associated with an Increased Risk of Vascular Events“). Die Analyse der Daten ergab, dass diejenigen, die täglich mehrmals Diätgetränke konsumierten, ein um 43 % erhöhtes Risiko hatten, Gefäßprobleme zu entwickeln. Erklärungen für diesen Zusammenhang gibt es derzeit noch nicht.

Gelegentlicher Konsum von Light-Getränken schädlich?

Frühere Untersuchungen hatten auch schon gezeigt, dass häufiger Konsum von Light-Getränken Stoffwechselprobleme nach sich zieht. Wer dagegen weniger als 6-mal pro Woche davon trank, hatte dieses Risiko nicht.

Fazit: Gelegentlicher Konsum – weniger als 6-mal pro Woche – von Light-Getränken ist wahrscheinlich nicht schädlich. In Ihrem Fall ist jedoch von einer weiteren bewussten Gewichtsabnahme abzuraten.

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Sonderband Herzinfarkt/KHKTipp: Worauf Betroffene nach einem Herzinfarkt bzw. mit einer KHK achten müssen, erläutert der umfangreiche ➞ Herzstiftungs-Sonderband zum Thema Herzinfarkt und KHK (z. B. was eine durchdachte Ernährung zum Schutz vor einem weiteren Infarkt bewirken kann oder was man über die Nebenwirkungen von Herz-Medikamenten wissen muss).

Professor Dr. med. Helmut Gohlke

Diese Sprechstunden-Frage hat beantwortet: Prof. Dr. med. Helmut Gohlke, Mitglied im Vorstand der Herzstiftung und emeritierter Chef­arzt der Abt. Klinische Kardiologie II im Herz-Zentrum Bad Krozingen. Zu seinen Schwer­punk­ten zählt insbesondere die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. ➞ Weitere Experten-Beiträge von Professor Helmut Gohlke

(Redaktion: Dr. med. Karl Eberius)

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Bislang 19 Kommentare zu diesem Herzstiftungs-Beitrag

Marina E. aus Edermünde (18.09.2016): Ich vermisse die Erklärung, warum sie gefährlich sind: Stoffe, Zusätze? Hatte eine SAB, zwei Insulte, zwei Herzstillstände usf. und genieße alles in Maßen.

Lothar R. aus Ludwigshafen (30.08.2016): Wie sieht es dann mit Kaffee aus? Ich trinke im Moment nur koffeinfreien Kaffee nach einem Herzinfarkt. Kann man weiterhin Koffein-Kaffee trinken?

Antwort der Deutschen Herzstiftung: Vielen Dank für Ihren Kommentar. Für Fragen zu diesem Thema können Sie am einfachsten die » Sprechstunde der Herzstiftung nutzen, da unsere Herzexperten an dieser Stelle keine Nachfragen beantworten können. Alles Gute und herzliche Grüße! Ihre Deutsche Herzstiftung

G. E. aus Rodenbach (21.06.2016): Da ich sehr viel Light-Produkte zu mir nehme, fand ich es sehr interessant zu hören, was da der Stand der Dinge ist.

S. B. aus Dassel (23.01.2016): In dem letzten Vierteljahr hatte ich äußerst unangenehme Beschwerden wegen Herzrhythmusstörungen. Niemand wusste warum. Dann sollte ich auf einen sogenannten Event-Recorder warten. Weil mir die Zeit zu lang wurde und es mir wirklich schlecht ging, hab ich selber alles durchforstet, was ich finden konnte, blieb dann an den Lightgetränken hängen. Ich selbst trank pro Tag ca. 1,5 l davon... Umgehend stellte ich den Konsum ein mit einem sehr schnellen Erfolg, schon am 2. Tag hatte ich sehr deutlich weniger Herzrasen, -stolpern,-aussetzer. Nun nach etwa 1 Woche scheint es diese Krankheit nie gegeben zu haben! Außerdem habe ich nun auch ein wesentlich sonnigeres Gemüt. Bin seit Jahren wegen Depressionen in Behandlung - wenn das alles ein Zufall ist!? Ihre im Moment richtig glückliche S. Breitsprecher
Achso, alle meine Ärzte wissen noch von nichts, ich bin gespannt auf die Gespräche nächste Woche.

Elvira M. aus Beckingen (10.01.2016): Ich finde die Informationen sehr hilfreich. Denn ich habe genau die gleichen Erfahrungen gemacht und nach mehreren Selbstversuchen mit Lightgetränken immer wieder festgestellt, dass ich unregelmäßigen Pulsschlag hatte und Herzstolpern nach zu viel Genuss. Das wurde natürlich vom Hausarzt belächelt. Vorige Woche wurde ich mit Vorhofflimmern mit sehr hohem Puls ins Krankenhaus eingeliefert. Nach zweimaliger Elektrokardioversion und 3-fach Stents geht es mir wieder gut. Ich jedenfalls meide in Zukunft Lightgetränke und kenne einige Leute nach Herzinfarkt, die vorher viel von diesen Getränken zu sich genommen haben. Irgendeinen Zusammenhang wird es geben, auch wenn das noch nicht erforscht ist.

Peter H. aus Kirchanschöring (29.10.2015): Ich finde die Information gut, man sollte aber generell auf zuckerhaltige Getränke verzichten. Wir haben so ein gutes Leitungswasser, das auch gut schmeckt und billig ist.

Roy K. aus Dietzenbach (13.10.2015): Da ich täglich 0,5 l Cola Zero trinke, ist dieser Bericht für mich hilfreich. Ich werde meinen Cola-Zero-Konsum nun deutlich einschränken. HERZliche Grüße, Roy K. Dietzenbach

Hartmut L. aus Solingen (19.08.2015): Ich bin 75 Jahre alt und Herzpatient. Habe seit 1986 2 Venen-Bypässe, die bis 2011 problemlos waren. Mittlerweile habe ich 6 Stents, wovon einer nach einem leichten Infarkt Anfang diese Jahres eingesetzt wurde. Außerdem leide ich an Diabetes und mein HBA1C liegt ständig um 7,0. Seit vielen Jahren trinke ich deshalb nur Cola light, und zwar mittags und abends. Von den von Ihnen geschilderten Problem habe ich bislang nichts gewußt. Kann es denn sein, dass die diversen Verengungen in den letzten Jahren auf den Genuß der Cola light zurückzuführen sind?

Antwort der Deutschen Herzstiftung: Vielen Dank für Ihren Kommentar. Für Fragen zu diesem Thema können Sie am einfachsten die » Sprechstunde der Herzstiftung nutzen, da unsere Herzexperten an dieser Stelle keine Nachfragen beantworten können. Alles Gute und herzliche Grüße! Ihre Deutsche Herzstiftung

Christel S. aus Berlin (11.07.2015): Ich halte sowieso nichts von Light-Produkten. Ich habe gelesen, daß "Light-Produkte" mit Süßstoff eher Hunger hervorrufen, weil das Sättigungsgefühl vom Gehirn aus nicht befriedigt wird. Lieber etwas weniger und natürlicher!

Michael K. aus Kalkhorst (18.02.2015): Im Rahmen meiner Ernährungsumstellung trinke ich nicht nur Wasser, Tee oder Kaffee. Zu meinen täglichen Getränken zählt auch Fanta zero. Ich war überrascht, dass die sogenannten Light-Produkte ohne Zucker das Infarkt- bzw. Schlaganfallrisiko so stark erhöhen sollen.

Mamatian C. aus Calais/Frankreich (17.02.2015): Von welchen Light Getränken ist die Rede? Zählt dazu auch mit Süßstoffen gesüßter Kaffee/Tee? Aspartam darf man oder ist auch schlecht ...?

Alfons K. (17.02.2015): Seit 45 Jahren trinke ich ausschließlich Light-Getränke, und bei allen regelmäßig stattfindenden Untersuchungen wurden keine Herz-/Kreislauferkrankungen oder -Beschwerden festgestellt.

Siegfried K. aus Bangkok / Thailand (17.02.2015): Ich trinke Produkte wie Cola, Fanta, Sprite so gut wie nie, weil mir die Originalversionen viel zu suess sind. Die Light Versionen schmecken nach Chemie und gefallen mir deshalb auch nicht.

Ohne Namen (15.02.2015): Von welchen Light Getränken ist die Rede? Zählt dazu auch mit Süßstoffen gesüßter Kaffee/Tee? Sind alle Süßstoffe gleich negativ zu bewerten? Gilt das auch für Stevia, das ja pflanzlichen Ursprungs ist?

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Norbert G. aus Frankfurt (14.02.2015): Ich bin seit 56 Jahren Diabetiker Typ 1 und empfinde diese Light Getränke als eine Verbesserung des Lebensstandards. So nehme ich Orange Light zum Beispiel zum Apfelwein und dies mache ich schon sehr, sehr lange. Hinsichtlich meiner Koronaren Herzerkrankung (Bypass) muss ich sagen, war dieser im Jahr 2000 also vor der Einführung dieser Light Getränke zum selber machen von Soda.

Günther L. aus Remels (14.02.2015): Ich war bis 2000 Diabetiker und dadurch nierenkrank. 2000 wurde mir eine Niere und eine Bauchspeicheldrüse transplantiert. Ich habe ernährungsbewusst gelebt. Dazu zählten für mich zuckerfreie Getränke. Hauptsächlich habe ich Cola light getrunken. Seit etwa einem Jahr trinke ich hauptsächlich Kirschsaft mit Leitungswasser. 1/5 Kirschsaft, Rest Wasser. Ich habe eine geringfügige Verkalkung einer Herzklappe. Ansonsten habe ich keine Probleme, auch keine Herzprobleme. Ich werde im Juli 2015 60 Jahre.

Sonja E. aus Bruchsal (14.02.2015): Ich bin seit über 40 Jahren Diabetiker und trinke deshalb auch schon sehr viele Jahre Light-Getränke. Nachdem ich jetzt, mit 58 Jahren, meinen 3. Herzinfarkt hatte, werde ich wohl auf andere Getränke umstellen. Vielen Dank für diese Info.

Dr. Hüsch aus Neuss (14.02.2015): Was hier unter "Light-Getränke" zu verstehen ist, sollte erläutert werden.

M. G. (14.02.2015): Das war sehr interessant und neu für uns! Mein Mann hat 2 Bypässe und muß auf sein Gewicht achten. Daher trinkt er seit geraumer Zeit DIET-Limonade. Nun werden wir das wohl umstellen müssen! Danke für diese Info!

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