Nun zu deinen Fragen, die du dir selber stellst bzw. zu deinen Ängsten:
> Ich habe einfach vor allem Angst, aber am meisten natürlich vor der OP <
Das ist auch ganz normal!! Welche Mama hätte das nicht?!? Hast du einen Parnter, der deine Sorgen teilen kann?
Lass dich nicht von irgendwelchen "Sprüchen" der anderen fertig machen. Sie wissen doch gar nicht, was eine Mama mit Herzchen alles durchmachen muss!
> Hat sie große Schmerzen? <
Sandra, das ist eine Herzoperation! Schmerzen, Übelkeit, Komplikationen ect. können immer auftreten! Dessen musst du dir bewusst sein! Aber es gibt ja auch Schmerzmittel und deine Tochter ist schon groß, sie kann sagen wenn es irgendwo weh tut und dann kann ihr auch geholfen werden.
Mit Schmerzmitteln wurde bei meinem Sohn ziemlich gegeizt (in Österreich operiert), aber ich habe erfahren, dass das normal nicht der Fall ist. Versuche einfach so oft es geht im Krankenhaus present zu sein und scheue dich nicht vor Kritik an den Ärzten bzw. Schwestern, wenn dir etwas spanisch vorkommt.
> Wie lange dauert das bis sie danach aus dem Krankenhaus kommt? <
Das kann ich dir leider nicht beantworten, das ist individuell verschieden und hängt von der Genesung ab. Aber unsere Kinder stecken solche großen Operationen meist super weg und sind schnell wieder fit! Du wirst überrascht sein!
> Wie lange dauert der Heilungsprozess? Innen wahrscheinlich länger wie von außen, oder? <
Du meinst wahrscheinlich, dass der seelische Heilungsprozess länger dauert als der körperliche? Natürlich sind die körperlichen Narben schnell verheilt!
Die Narben sind unterschiedlich, das kommt ganz darauf an, welche OP bei deiner Tochter duchgeführt wird. Ist das eine OP mit durchgesägtem Brustbein an der Herz-Lungen-Maschine? Dann wird sie eine große Narbe vom Schnitt und kleinere Narben von den Drainagen haben. Aber auch du wirst dich an diesen Anblick gewöhnen! Für mich gehören Benni´s Narben heute zu ihm und ich weiß schon gar nicht mehr wie er ohne Narben ausgeschaut hat. Das ist für uns einfach ganz normal! Die Drähte, die sein Brustbein zusammen halten, kann ich fühlen, aber es macht mir keine Angst mehr.
Es gibt aber auch andere OP-Methoden, z.B. von der Seite oder mittels Katheder.
Der seelische Heilungsprozess ist ja so eine Sache für sich! Man kann nie genau wissen was in den Kinderseelen vor sich geht. Deine Tochter ist schon größer, du solltest viel mit ihr darüber reden, dann findet ihr sicher einen Weg das Geschehene zu verarbeiten.
Bei meinem Sohn sind Entwicklungsstörungen aufgetreten, allerdings war er bei seiner OP noch sehr klein und man weiß ja nicht ob diese "Störungen" auch ohne seiner Leidensgeschichte aufgetreten wären. Ich muss auch ehrlich sagen, dass ich das nicht soooo schlimm finde. Er ist wie er ist und allein aufgrund seines Herzens wird er immer etwas besonderes sein. Ich schaue andere "gesunde" Kinder nicht so an, wie ich ihn anschaue. Ich brauche kein perfektes Kind, sondern bin einfach nur froh über jeden Tag, den er bei mir sein darf!
> Ich bin eingentlich jetzt schon am Ende, dabei hat es noch gar nicht richtig angefangen. Wie überstehe ich das ganze? <
Dass du jetzt schon fertig bist, kann ich sehr gut nachvollziehen, aber du wirst auch die Kraft für die OP und das "Danach" haben, das kommt von ganz allein!
Du wirst überrascht sein, wieviel Kraft und Geduld DU als Mama haben wirst, das ist wahrscheinlich von der Natur so eingerichtet
Ich würde dich gern in den Arm nehmen, dich bestärken, dir die Angst nehmen, aber leider bleibt mir nur das schreiben über dieses Forum! Denke daran, du bist nicht allein und wenn die Angst zu groß wird, dann meld dich einfach bei mir! Ich schicke die gern meine Tel.nummer.
> Wie bist du damit umgegangen? <
Naja, eigentlich nicht anders als du! Ich hatte auch tierische Panik und Angst, hatte kaum jemanden zum reden. Ich habe in der Zeit selber körperliche Beschwerden entwickelt. Mein Herz spielte total verrückt, Panikattacken, Herzrythmusstörungen, Bluthochdruck, Angst zu sterben usw., aber das war alles nur seelisch. Ich bin auf der Intensivstation ein paar Mal "weggekippt". Nachher bin ich zu einem Psychologen gegangen und der meinte, dass ich die Herzgeschichte meines Sohnes auf mich selbst übertrage. Nach einer medikamentösen Behandlung ging es mir dann langsam besser.
Ich wünsche euch alles erdenklich Gute und viel Kraft für die nächste Zeit!!! In Gedanken bin ich bei euch, liebe Grüße