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Aktuelle Mitglieder-Zahl

71.000

Die Herzstiftung wurde 1979 ge­grün­det und hat heute mehr als 71.000 Mitglieder (ein­schließ­lich 1.700 Eltern herz­kran­ker Kinder).
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Tipp für Herzpatienten

Exklusive Zeitschrift zu Herzerkrankungen

In HERZ HEUTE geben unabhängige Herz­ex­per­ten, die z. B. als Chef- oder Oberärzte an Uni­ver­si­täts­kli­ni­ken tätig sind, wertvolle Rat­schlä­ge zu Herz­krank­hei­ten (wel­che neuen The­ra­pien tatsächlich zu em­pfeh­len sind oder wie Be­trof­fe­ne ihre Er­kran­kung selbst po­si­tiv be­ein­flus­sen können).
Mitglieder bekommen die ex­klu­si­ve Zeitschrift, die nur über die Deutsche Herzstiftung und nicht am Kiosk erhältlich ist, kostenfrei im Abon­ne­ment nach Hause ge­lie­fert.
Hinweis: 2007 wurde die Chef­re­dak­teu­rin von HERZ HEUTE, Dr. Irene Oswalt, für die kompetente Berichterstattung in HERZ HEUTE mit dem Preis für Wissen­schafts­jour­na­lis­mus der Deutschen Ge­sell­schaft für Kardiologie (DGK) geehrt. Zuvor war die hohe Aus­zeich­nung u. a. an Redakteure der FAZ und Süddeutschen Zei­tung gegangen, was die hohe Qualität von HERZ HEUTE ver­deut­licht.
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Jahresbericht

Die Highlights aus 2008

Auf dieser Seite haben wir Auszüge aus dem Jahresbericht für Sie bereit gestellt. Einfach auf die mit einem Pfeil gekennzeichneten Titel klicken, der entsprechende Artikel klappt dann in einem Kasten auf. Ein nochmaliger Klick schliesst den Kasten wieder.

 

Wenn Sie alle Artikel lesen und die zahlreichen Grafiken betrachten möchten, können Sie sich den Jahresbericht als pdf-Datei

herunterladen (3 MB)
oder per E-Mail anfordern.

Schirmherrin Barbara Genscher

Barbara und Hans-Dietrich Genscher bei der traditionellen Nikolaus-Gala „Follow your heart“ im Dom Hotel Köln.

Seit 1987 – mehr als zwei Jahrzehnte – ist Barbara Genscher die Schirmherrin der Deutschen Herzstiftung. Während dieser Zeit ist die Mitgliederzahl der Herzstiftung auf über 62.000 angestiegen. Diese Entwicklung ist vor allem ihr Verdienst.

In einem Portrait über sie, das im Juli 2008 im Bonner General- Anzeiger erschien, sagte Barbara Genscher, dass sie seit Beginn ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit als Schirmherrin mindestens zwei Mal in der Woche zu offiziellen Terminen für die Herzstiftung unterwegs ist:

Sie wirbt in der Öffentlichkeit für die Herzstiftung und ihre Ziele, besucht Vorträge und Seminare zur Aufklärung der Bevölkerung über Herz-Kreislauf-Erkrankungen, kümmert sich um herzkranke Kinder, nimmt an Benefizveranstaltungen teil, ist zu Gast in Talkshows und sammelt Spenden.

Vielfältige Unterstützung erhält sie dabei insbesondere durch ihren Ehemann Bundesaußenminister a.D. Hans-Dietrich Genscher, der seine Frau oft begleitet.

Dass die Schirmherrin die Probleme der Herzpatienten kennt, zeigt folgendes kleine Beispiel: Barbara Genscher kam zu der Gründung einer Selbsthilfegruppe für Patienten mit Defibrillator. In den Gesprächen schilderten ihr die Patienten ihre Ängste, aber auch die Hoffnungen, die mit der Implantation eines Defibrillators verbunden sind.

Liebe Mitglieder, Förderer und Freunde der Deutschen Herzstiftung,

im Oktober 2008 jährte sich zum 50. Mal ein Ereignis, das als Meilenstein in die Geschichte der modernen Kardiologie eingehen sollte: die erstmalige Einpflanzung eines Herzschrittmachers in die Brust eines Herzpatienten. Seit dieser Premiere haben die künstlichen Taktgeber, deren Technik ständig weiterentwickelt wurde, bei Millionen von Menschen einen zuvor gestörten Herzschlag wieder in die richtige Bahn gelenkt und damit oft ihr Leben gerettet. So wie das des ersten, damals 43-jährigen Schrittmacherpatienten Arne Larsson, der dank dieser Innovation noch weitere 43 Jahre leben durfte.

Wie in der Herzschrittmachertherapie sind auch in vielen anderen Bereichen der Erkennung und Behandlung von Herzkrankheiten große Fortschritte zu verzeichnen – und viele weitere zu erwarten. Betroffene und Herzgesunde über die Vorbeugung und Behandlung dieser Krankheiten sowie über aktuelle Entwicklungen der Herz- Kreislauf-Medizin zu informieren, gehört zu den Kernaufgaben der Deutschen Herzstiftung – genauso wie die Förderung der patientennahen Forschung. Dass die Herzstiftung als Bindeglied zwischen Patienten und Herzmedizin eine wachsende Bedeutung hat, belegt nicht zuletzt unsere von Jahr zu Jahr steigende Mitgliederzahl.

Dieser Tätigkeitsbericht, den ich Ihnen im Namen des Vorstands vorlege, dokumentiert, was die Deutsche Herzstiftung im gesamten Jahr 2008 für ihre wichtigsten Ziele unternommen hat. Wir informieren Sie darin über die uns anvertrauten Mitgliedsbeiträge, Spenden und sonstigen Zuwendungen und erläutern Ihnen die vielfältigen Aktivitäten, die wir damit umsetzen konnten.

Allen die es uns – trotz der wirtschaftlich schwierigen Lage – ermöglichten unser Leistungsspektrum zu erweitern und neue Projekte zu finanzieren, möchte ich im Namen des Vorstands sehr herzlich danken – genauso wie den vielen ehrenamtlich Engagierten im Vorstand, Wissenschaftlichen Beirat, Kuratorium und den mehr als 100 Beauftragten der Deutschen Herzstiftung.

Sehr dankbar bin ich unserer Schirmherrin Barbara Genscher für die immerwährende Unterstützung – ebenso wie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie, der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie, dem Berufsverband Niedergelassener Kardiologen und der Arbeitsgemeinschaft Leitender Kardiologischer Krankenhausärzte für die fruchtbare Zusammenarbeit.

Ich bitte Sie alle, auch weiterhin an unserer Seite zu bleiben. Es gibt noch viel zu tun.

Frankfurt am Main, den 20. Juni 2009
Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Becker
Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Herzstiftung

Als Deutschlands größte Patientenorganisation auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Krankheiten engagiert sich die Deutsche Herzstiftung auf vielfältige Weise:

  • Information einer breiten Öffentlichkeit über einen gesunden Lebensstil, über Möglichkeiten der Vorbeugung, der Behandlung und über aktuelle Entwicklungen der Herz- Kreislauf-Medizin
  • Förderung der Herz-Kreislaufforschung in Verbindung mit der Deutschen Stiftung für Herzforschung
  • Vorbeugung von Herz-Kreislauf- Erkrankungen
  • Nachsorge von Herzpatienten
  • Hilfe für herzkranke Kinder und deren Eltern

Die Deutsche Herzstiftung e.V. wurde 1979 gegründet und ist im Vereinsregister als gemeinnütziger Verein mit Sitz in Frankfurt am Main eingetragen (Amtsgericht Frankfurt am Main VR 7412). Gemäß § 2 der Satzung (Fassung vom 17. Juni 2000) ist der Zweck des Vereins die Entwicklung, Verwirklichung und Förderung von Maßnahmen zur Aufklärung über die Gefahren von Herz- Kreislauf-Krankheiten sowie zu deren Vorbeugung und Behandlung bei der Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland.

Langfristiges Ziel des Vereins ist es, das Auftreten von Herz-Kreislauf- Erkrankungen zu reduzieren und die Lebensqualität sowie die medizinische Versorgung zu verbessern. Um dieses Ziel zu erreichen, gehören laut § 2 der Satzung neben der Information der Öffentlichkeit über alle Erscheinungen und Folgezustände von Herz- und Kreislauf- Krankheiten und deren Bekämpfung unter anderem die Beratung von Herzpatienten und die Forschungsförderung. Gemäß § 6 der Satzung sind die Organe des Vereins der Vorstand, das Kuratorium, die Mitgliederversammlung, der Wissenschaftliche Beirat und der Wahlausschuss.

Vorstand
Bericht des Vorstands

30 Jahre Deutsche Herzstiftung: Aufklärung und Information der Bevölkerung über Herzerkrankungen und deren Vorbeugung, werden auch 2009 zu den wichtigsten Aufgaben der Deutschen Herzstiftung zählen. Darüber hinaus soll die Förderung der Herzforschung, insbesondere der patientennahen Forschung weiter ausgebaut werden.

Die ambulante Versorgung von Herzpatienten ist stark gefährdet. Ursache hierfür ist die drastische Kürzung der Honorare für die niedergelassenen Kardiologen sowie die Begrenzung der Zahl der Patienten, die sie behandeln dürfen. Dauert diese Situation an, müssen zahlreiche Praxen wegen Unwirtschaftlichkeit geschlossen werden. Patienten, die dringend einen Termin beim Kardiologen brauchen, müssen wochen-, ja sogar monatelang darauf warten – mit fatalen Folgen für ihre Gesundheit. Die Deutsche Herzstiftung wird sich ganz gezielt an die Entscheidungsträger in der Gesundheitspolitik wenden und sich für die Herzkranken einsetzen.

Ein weiterer Brennpunkt ist eine fehlende bzw. nicht ausreichende Kennzeichnung von Lebensmitteln. Auch hierzu wird sich die Herzstiftung zu Wort melden und für die Einführung der „Ampel- Kennzeichnung“ kämpfen, um Verbraucher besser vor dem Verzehr von ungesunden Lebensmitteln zu schützen.

Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Situation in Deutschland gilt es, die zuletzt gute Ertragssituation zu sichern, auch wenn die weitere Entwicklung in 2009 völlig offen ist. Der Vorstand möchte das 30-jährige Bestehen der Herzstiftung nutzen, um den Bekanntheitsgrad und damit auch die Mitgliederzahl des Vereins weiter zu steigern.

Forschungsförderung: Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie (DGPK) wird die Deutsche Herzstiftung im Jahr 2009 erstmalig das „Gerd Killian-Förderprojekt” ausschreiben. Bewerben können sich junge Mediziner, die wissenschaftlich auf dem Gebiet der angeborenen Herzfehler forschen.

Für medizinische Doktoranden, die in der klinischen Forschung auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf- Erkrankungen tätig sind, schreibt die Deutsche Herzstiftung in 2009 zum ersten Mal das Kaltenbach-Doktorandenstipendium aus. Das nach Prof. Martin Kaltenbach (Mitbegründer der Deutschen Herzstiftung) benannte Stipendium ist mit EUR 500,- pro Monat ausgestattet und wird jeweils für ein Jahr bewilligt.

Am 21. Juni 2008 fand in Frankfurt am Main die jährliche Mitgliederversammlung statt. Vorstand und Geschäftsführung legten satzungsgemäß den Jahresbericht 2007 vor. Der Vorstand wurde einstimmig entlastet.

Im Jahr 2008 sind der Deutschen Herzstiftung 5.162 neue Mitglieder beigetreten. Zum Jahresende hatte der Verein 61.502 Mitglieder, davon 1.675 Eltern herzkranker Kinder.

Die Mitglieder und weitere rund 30.000 Förderer befähigen mit ihren Beiträgen (jährlicher Mindestbeitrag EUR 36,-), Spenden und Zuwendungen die Deutsche Herzstiftung, Projekte und Aufklärungsprogramme umzusetzen und langfristig zu planen. Sie gewährleisten zudem, dass in Verbindung mit der Deutschen Stiftung für Herzforschung patientennahe Forschung auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen unterstützt werden kann.

Neben der persönlichen Mitgliedschaft können auch Kliniken als Mitglied der Deutschen Herzstiftung beitreten. Im Jahr 2008 haben 105 Herzkliniken (2007: 98) in Deutschland durch eine Klinik-Mitgliedschaft ihre besondere Verbundenheit mit den Zielen und der Arbeit des Vereins dokumentiert. Der jährliche Mindestbeitrag beträgt für sie EUR 500,-.

Wissenschaftlicher Beirat
Kuratorium

Das Ehrenamt nimmt in der Deutschen Herzstiftung eine zentrale Rolle ein. Der Stellenwert wird sichtbar, wenn man die vielen Projekte anschaut, in denen sich Ehrenamtliche für die Herzstiftung engagieren: Neben der Koordination der bundesweiten Aufklärungskampagnen wie Herzwochen werben ehrenamtliche Mitarbeiter vor Ort Mitglieder oder organisieren Herz-Seminare und Arztvorträge. Die Beauftragten sind die Botschafter der Herzstiftung in allen Regionen Deutschlands. Insgesamt 103 (2007: 101) Beauftragte arbeiteten ehrenamtlich über ganz Deutschland verteilt jeweils in ihrer Region für die Deutsche Herzstiftung. Dabei werden sie von rund 600 ehrenamtlichen Helfern unterstützt. Gemäß der Satzung erhalten die ehrenamtlich Tätigen eine Aufwandsentschädigung auf Nachweis erstattet.

Als Beauftragte sind 2008 neu hinzugekommen:
Peter Götte, Göttingen, Eva Eigenbrod, Ennepetal, Rosemarie Volpp, Stuttgart, Hartmut Wahl, Groß Grönau, Theo Boll, Oldenburg, Erika Töpfer, Marienheide, Gundula Laurischk, Drebkau.

Aus Altersgründen schieden aus:
Helmut Hüser, Koblenz, Jürgen Müller, Rodgau, Wolfgang Barbyer, Cottbus.
Verstorben: Klaus Westphal, Leipzig.

Der Sprecher der Beauftragten ist seit 2006 Peter Zeuner aus Kassel. Er vertritt die Interessen der Beauftragten gegenüber dem Vorstand der Deutschen Herzstiftung.

Die Jahrestagung der ehrenamtlichen Beauftragten der Deutschen Herzstifung fand in zwei Gruppen am 3./4. April und 8./9. Mai 2008 in Kassel statt. Für sie ist es wichtig, auf diesem Treffen mit ihren Kolleginnen und Kollegen Erfahrungen auszutauschen und zugleich zukünftige Projekte mit den Mitarbeitern der Geschäftsstelle zu diskutieren. Dieses Jahr stand der Herzmonat im Mittelpunkt der Planung. Gerade für neue Beauftragte ergibt sich dadurch die Möglichkeit, sich schnell in die vielfältigen Aufgaben einzuarbeiten.

Für ihr vorbildliches ehrenamtliches Engagement wurden 2008 ausgezeichnet:

  • Günter Schleder, Eisenach: Ehrenurkunde und Ehrennadel der Deutschen Herzstiftung
  • Manfred Neugebauer, Hannover: Bundesverdienstkreuz am Bande.

 

Die Deutsche Herzstiftung fördert und unterstützt 98 (2007: 86) Selbsthilfegruppen, indem sie

  • Ratsuchende informiert, welche Gruppen es in ihrer Nähe gibt
  • den entsprechenden Kontakt herstellt
  • praktische Hilfestellung leistet zur Gründung von Selbsthilfegruppen
  • organisatorische Unterstützung bei der Vorbereitung des Gründungstreffens anbietet.

Im Jahr 2008 haben sich in Bremerhaven, Nordhorn, Hamburg, Bonn, Neustadt a.d.W. und Pattensen neue Gruppen unter dem Dach der Deutschen Herzstiftung gegründet.

In der Geschäftsstelle der Deutschen Herzstiftung in Frankfurt am Main arbeiteten 27 hauptamtliche Mitarbeiter und sechs ehrenamtliche Helfer, im Berliner Büro eine weitere hauptamtliche Mitarbeiterin.
Geschäftsführung: Martin Vestweber, Renate Horst (stv.).

Kooperationen
Aufklärung, Information, Projekte

Als bedeutendste Aufklärungskampagne 2008 veranstaltete die Deutsche Herzstiftung im November den bundesweiten Herzmonat. Die Schwerpunkte lagen auf den Themen Herzklappenerkrankungen und Gerinnungshemmung, denn schwere Herzklappenfehler können das Leben deutlich verkürzen.

Wenn Herzklappenfehler allerdings frühzeitig erkannt werden, bestehen bei rechtzeitiger Therapie sehr gute Chancen, weitgehend normal leben zu können. Wichtig dafür ist nicht nur die frühe und konsequente ärztliche Betreuung, sondern auch als Klappenpatient gut über die eigene Krankheit informiert zu sein.

Um Betroffenen und Interessierten den neuesten Wissensstand zu vermitteln, hat die Deutsche Herzstiftung diese bundesweite Aufklärungsaktion durchgeführt. Zusammen mit den Mitgliedern aus dem Wissenschaftlichen Beirat, Herzzentren, Kliniken, niedergelassenen Herzspezialisten, Krankenkassen und Volkshochschulen gab es während des Herzmonats mehr als 900 Veranstaltungen, an denen rund 3.000 Aktionspartner beteiligt waren. Veranstaltet wurden Seminare und Vorträge, die mit Schulungskursen zur Selbstkontrolle der Blutgerinnung ergänzt wurden.

Grundlage für die Aufklärungskampagne waren die beiden zum Herzmonat von der Deutschen Herzstiftung herausgebrachten Broschüren Herzklappenerkrankung heute (Auflage: 60.000) und Gerinnungshemmung (Auflage: 30.000), in denen Kardiologen und Herzchirurgen aus dem Wissenschaftlichen Beirat über den aktuellen Stand der Herzmedizin informieren.

Ein weiteres Thema des Herzmonats waren die neuen Empfehlungen zur Endokarditis-Prophylaxe, die gerade für Herzklappenpatienten von großer Bedeutung sind. Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie und der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirugie wurde der Patientenausweis zur Endokarditis-Prophylaxe entwickelt und herausgegebenen, der für den Arztbesuch unerlässlich ist. Überaus große Aufmerksamkeit erlangte die Aufklärungskampagne in den Medien.

HERZ HEUTE, die Zeitschrift der Deutschen Herzstiftung, erscheint alle drei Monate (Auflage: 150.000). Ihr Ziel ist es, die neuen wissenschaftlichen Entwicklungen auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf- Krankheiten kritisch zu begleiten, um Patienten, aber auch Ärzte umfassend, präzise und verständlich zu informieren. Ein wichtiges Anliegen ist es, eine Brücke zwischen den medizinischen Laien und der für sie oft schwer verständlichen Forschung zu schlagen.

Die Artikel für die Zeitschriften werden von sorgfältig ausgewählten Experten geschrieben, überwiegend Herzchirurgen und Kardiologen, aber auch Internisten oder Psychotherapeuten. 2008 standen folgende Themen im Mittelpunkt:

  • Rettungsinsel für Herzkranke: CPU
  • Niedriger Blutdruck: Ursachen und Therapie
  • Herzforschung in der Krise
  • Therapie der koronaren Herzkrankheit: Stents
  • Clopidogrel: Warum? Wann? Wie lange?
  • Neue Verfahren beim Herzklappenersatz
  • Dilatative Kardiomyopathie
  • Zweifel an Cholesterinsenkern
  • Kardioversion – den Herzrhythmus normalisieren
  • Rauchstopp: Helfen Medikamente?
  • Vitamin-Riesen
  • Oft zu spät erkannt: Lungenhochdruck
  • Rabattverträge
  • Wem hilft Ivabradin?
  • Herzschwäche: Wie wichtig sind Medikamente?
  • Psychopharmaka bei Herzerkrankungen

Verschiedene Rubriken in HERZ HEUTE sorgen dafür, dass die Ausgaben vielfältig und interessant für jeden Leser sind.

In der Sprechstunde: Patienten fragen – Ärzte antworten können sich die Mitglieder der Herzstiftung mit Fragen und Problemen an die Experten wenden. Die Fragen, die für viele Leser interessant sind, werden in der Zeitschrift veröffentlicht.

Der Blickpunkt: Neues aus der Medizin fasst neueste Forschungsergebnisse aus nationalen und internationalen Fachzeitschriften zusammen, die für Patienten von Bedeutung sind.

HERZ HEUTE ist unabhängig, deshalb werden keine Anzeigen veröffentlicht.

HERZBLATT, die Zeitschrift für Eltern herzkranker Kinder und für Jugendliche oder junge Erwachsene mit angeborenem Herzfehler erscheint vier Mal im Jahr (Auflage: 5.000 Exemplare). Herzchirurgen und Kinderkardiologen schreiben über angeborene Herzfehler und deren Behandlung.

Im Mittelpunkt der Berichterstattung 2008 standen:

  • Reisen mit herzkranken Kindern
  • Schutz vor dem plötzlichen Herztod
  • Vorbeugen ist besser als heilen

Das Besondere an HERZBLATT ist, dass auch Eltern herzkranker Kinder oder die Jugendlichen selbst zu Wort kommen. Weiterer Raum gehört den Selbsthilfegruppen für Eltern herzkranker Kinder und den vielfältigen Aktivitäten der Kinderherzstiftung in der Deutschen Herzstiftung.

Um sich medizinischen Rat von den Experten der Deutschen Herzstiftung zu holen, haben 2008 1 650 Mitglieder die schriftliche Sprechstunde genutzt. Weit höher war die Zahl der Anrufer (2 340), die in der telefonischen Sprechstunde direkt den Herzspezialisten befragen konnten.

Die Telefonsprechstunde wird zweimal im Monat angeboten und durch so genannte Sondersprechstunden mit folgenen Themen ergänzt:

  • Herzklappenerkrankungen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Bluthochdruck und Gerinnungshemmung.

In den vielen Gesprächen haben Ärzte den Patienten geholfen, ihre Krankheit besser zu bewältigen, auf Eingriffe oder Operationen besser vorbereitet zu sein und mit Nebenwirkungen von Medikamenten besser umgehen zu können.

Herz-Seminare, Vorträge und Gesundheitstage

Das große Informationsangebot der Deutschen Herzstiftung richtet sich in erster Linie an Patienten, aber auch an Ärzte zur Weitergabe an ihre Patienten. Darüber hinaus leistet die Deutsche Herzstiftung Unterstützung bei der Vorbereitung von Vortragsveranstaltungen. Über das breite Angebot und die Bestellmöglichkeiten informiert die Homepage der Deutschen Herzstiftung: www.herzstiftung.de.

Im Jahr 2008 erhielt die Deutsche Herzstiftung fast 70.000 Anfragen nach Informationsmaterial von Mitgliedern, Spendern und Interessierten. Neben den Einzelanforderungen wurden Krankenhäuser, Rehabilitationseinrichtungen und Arztpraxen regelmäßig mit Material zur Weitergabe an Patienten bedient.

Seit gut einem Jahr ist der elektronische Newsletter zu einem festen Bestandteil der Aufklärungsarbeit der Deutschen Herzstiftung geworden. In lockerer Sprache, kurz gefasst, aber dennoch kompetent und seriös wird der Newsletter einmal im Monat an die Abonnenten verschickt. Mit Beiträgen, die einen hohen Nutzen für den Leser haben, steht die elektronische Zeitung für jedermann zur Verfügung.

2008 entschieden sich insgesamt 7.000 Interessierte für ein kostenloses Abonnement, 50% davon sind bereits Mitglied. Der älteste Abonnent ist Jahrgang 1917. Am meisten wurden folgende Beiträge gelesen:

  • Was sollten Herzpatienten im Sommer beachten?
  • Praktischer Notfallausweis für den Geldbeutel
  • Ist Urlaub in den Bergen für Herzpatienten gefährlich?
  • Online-Test: Kennen Sie Ihr Herzinfarkt-Risiko?

Zum Weltherztag am 28. September mit dem Motto „Know your risk – Kenne dein Risiko” informierte die Deutsche Herzstiftung über die Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bot einen Herzinfarkt-Risikotest zur Bestimmung des eigenen Risikoprofils an. Außerdem veranstaltete sie bundesweit Herz-Seminare und beteiligte sich an weiteren medienwirksamen Aktionen, wie z. B. einer Telefonaktion mit Herzexperten organisiert von der Programmzeitschrift „Fernsehwoche”.

Unter der Leitung des Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Hans-Jürgen Becker trafen sich im Juni 2008 in der Geschäftsstelle der Deutschen Herzstiftung Herzspezialisten zu einem nicht-öffentlichen Meinungsaustausch. Sie diskutierten das Thema „Gerinnungshemmung vor operativen Eingriffen bei antikoagulierten Patienten”; denn die Gerinnungshemmung speziell bei Patienten mit Herzklappenersatz, die sich einer Operation unterziehen müssen, ist in der Praxis häufig mit Komplikationen verbunden. Die Ergebnisse der Expertenrunde sind in den Patientenratgeber „Gerinnungshemmung” eingeflossen und wurden in der medizinischen Fachpresse aufgegriffen.

Menschen, die auf eine Herztransplantation warten, haben nur eine Chance, wenn sie rechtzeitig ein Spenderherz erhalten. Doch der jährliche Bedarf ist weit größer als die Zahl der verfügbaren Organe.

Zurzeit müssen herzkranke Patienten, die eine Transplantation brauchen, bis zu vier Jahre auf ein Spenderherz warten. Für rund ein Viertel von ihnen ist diese Zeit jedoch zu lang, sie sterben auf der Warteliste. Am Tag der Organspende am 7. Juni rief die Deutsche Herzstiftung deshalb dazu auf, sich für eine Organspende zu entscheiden. Im neuen Organspendeausweis der Herzstiftung kann die Bereitschaft zur Spende von Organen erklärt werden.

Gemeinsam mit der Stiftung Rufzeichen Gesundheit, der Deutschen Diabetes-Stiftung und der Zeitschrift „Apotheken Umschau” hat die Deutsche Herzstiftung im Mai 2008 eine bundesweite Aufklärungskampagne mit Messaktionen zum „Metabolischen Syndrom” gestartet. Unter diesem Fachbegriff, der auch oft durch die Bezeichnung „Risiko-Quartett” ersetzt wird, versteht man das gehäufte Auftreten verschiedener Risikofaktoren, wie Bluthochdruck, Übergewicht und hohe Zuckersowie Cholesterinwerte im Blut. Diese gelten allgemein als Vorboten von Herzinfarkt, Schlaganfall und Diabetes.

Eines der wichtigsten Anliegen der Deutschen Herzstiftung ist die Senkung der Herzinfarktsterblichkeit in Deutschland. Neben der Aufklärung der Bevölkerung über die Alarmzeichen bei Herzinfarkt und das richtige Verhalten im Notfall unterstützt die Herzstiftung deshalb Projekte, die eine moderne Infarktbehandlung im Herzkatheterlabor mit 24-Stunden-Bereitschaft garantieren und somit die Versorgung von Herzpatienten verbessern.

Weitere Projekte zur Verkürzung der Prähospitalzeit wurden in Bad Homburg, Essen, Hamburg, Herne, Köln und Uelzen unterstützt.

Die Deutsche Herzstiftung setzt sich dafür ein, Mitarbeiter in Betrieben gesund zu erhalten. Es geht darum, das Risiko für Herz- Kreislauf-Erkrankungen früh zu erkennen und die Belegschaft gezielt vor Herzkrankheiten zu schützen. Deshalb wurde ein neues Projekt im Werk Wesseling der Evonik-Degussa Industries gestartet.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Helmut Gohlke (Herzzentrum Bad Krozingen), Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung, und Kuratoriumsmitglied Dr. Rolf Breitstadt (Medical Director des Gesundheitsschutzes bei Evonik- Degussa Industries) werden mit Hilfe eines speziell erarbeiteten Computer-Programms CHARISSMA die Risiken der Mitarbeiter berechnet und Querschnittsuntersuchungen bei der gesamten Belegschaft durchgeführt.

Der Vorstand der Deutschen Herzstiftung hat beschlossen, das zukunftsträchtige Projekt mit einer Anschubfinanzierung auf den Weg zu bringen. Förderbetrag: EUR 7.000,–

Weiter ausgebaut werden konnte das seit 2005 laufende Projekt: Mittelmeerküche in Kliniken und Betrieben.

Erstmals konnte 2008 das Konzept der mediterranen Küche auch in Seniorenheimen umgesetzt werden. Nach anfänglicher Skepsis, ob sich das Programm auch auf diesen Bereich übertragen ließe, waren alle Beteiligten von der großen Akzeptanz überrascht.

Die mediterrane Küche bieten folgende Einrichtungen nach den Kriterien der Deutschen Herzstiftung und einer umfangreichen Schulung an:

Kliniken:
Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt /M.; Malteser Krankenhaus Bockum-Hövel, Hamm; Malteser Krankenhaus St. Franziskus-Hospital, Flensburg; Malteser Krankenhaus St. Elisabeth, Jülich; Malteser Krankenhaus St. Brigida, Simmerrath; Malteser Krankenhaus Bonn/Rein-Sieg; Malteser Krankenhaus St. Anna gGmbH Duisburg; Malteser Krankenhaus St. Johannes, Kamenz; Malteser Krankenhaus St. Carolus, Görlitz; Malteser Krankenhaus St. Hildegardis, Köln; St. Marienhospital, Bonn; Evangelisches Krankenhaus, Wesel; Evangelisches Krankenhaus Köln-Weyertal; St. Agnes Hospital Bocholt;
Seniorenheime:
Malteser St. Josef gGmbH, Ascheberg; Malteser St. Josef gGmbH, Dernsteinfurt; Malteser St. Josef gGmbH, Werne-Stockum; Malteserstift St. Nicola, Passau; Malteserstift St. Josef, Starnberg; Bettina von Arnim-Haus, Essen; Seniorenzentrum Krefeld, Krefeld;
Betriebe:
Datev, Nürnberg; N-ergie, Nürnberg; Hochschule für Polizei, Villingen-Schwenningen;

In Workshops vermittelt die Deutsche Herzstiftung Grundschülern die sportliche Form des Seilspringens und das bringt schnelle Erfolgserlebnisse. Ziel des Projektes ist es, die Kinder zu mehr und intensiver Bewegung zu motivieren. Eingebunden sind die Kultusministerien der Länder.

„Skipping Hearts” konnte nach der Einführung in Rheinland-Pfalz zu Beginn des Schuljahres 2008/2009 auch in Hessen gestartet werden. Das dortige Kultusministerium stellte interessierten Schulen ein Kontingent von Springseilen zur Verfügung. Bisher nahmen rund 600 Grundschulen daran teil (davon 280 in Rheinland-Pfalz und 295 in Hessen).

Aufgrund der Ausweitung wurde eine neue Personalstelle geschaffen – unter anderem aus Mitteln der Beck’schen Stiftung – zur Durchführung von Workshops, Lehrerfortbildungen, Fort- und Weiterbildung von Workshopleitern und der Ausweitung auf weitere Bundesländer.
Förderbetrag: EUR 45.696,–

Bereits Schulkindern will die Deutsche Herzstiftung verdeutlichen, dass ein gesundes Herz nicht selbstverständlich ist und, was man alles zur Vermeidung von Herz- Kreislauf-Erkrankungen tun kann; denn der Herzinfarkt beginnt im Kindesalter.

Deshalb werden interessierten Schulen Projekttage zum Thema „Ernährung und Bewegung” angeboten. An einem solchen Tag nahm die sechste Klasse der Gemeinschaftsschule Sülfeld teil. Ziel war es, die Lust am Laufen bei den Schülerinnen und Schülern zu steigern und ihnen gesunde Ernährung näher zu bringen. Weitere Mitmachangebote wie z. B. gesundes Pausenbrot ergänzen die Projekttage.

Rund 11.350 Schulklassen in ganz Deutschland haben sich im Jahr 2008 an dem von der Deutschen Herzstiftung unterstützten internationalen Wettbewerb zur Förderung des Nichtrauchens in Schulen „Be smart – don´t start” beteiligt.
Förderbetrag: EUR 20 000,–

Der Einstieg in die „Raucherkarriere” beginnt in weiterführenden Schulen in der Regel nach dem 12. Lebensjahr. In diesem Alter kann Prävention wirksam sein.

Wenn die Schülerinnen und Schüler in der Schule durch Ärzte von außen angesprochen werden, hat das einen besonderen Effekt. Deshalb hat Prof. Dr. Martin Kaltenbach für die Deutsche Herzstiftung das Programm „Rauchzeichen” entwickelt, mit dessen Hilfe die Schüler sowohl mental als auch emotional angesprochen werden sollen. Das vorerst regionale Projekt startete 2008 im Rhein-Main Gebiet. Im Schuljahr 08/09 haben rund 80 Schulklassen mit 2.400 Schülern teilgenommen.
Förderbetrag: EUR 47.000,–

Jedes Jahr kommen in Deutschland etwa 6.000 Kinder mit einem Herzfehler zur Welt. Die Kinderherzstiftung sieht ihre vorrangige Aufgabe darin, den Informationsbedarf der betroffen Familien zu decken. Hierzu bietet die Kinderherzstiftung die Zeitschrift HERZBLATT sowie Sonderdrucke und Broschüren zu verschiedenen Themenschwerpunkten an, organisiert Arzt-Eltern-Seminare, vermittelt Kontakte zu anderen Betroffenen oder stellt mit der ärztlichen Sprechstunde Expertenrat zur Verfügung.

Das Internetforum der Kinderherzstiftung, seit drei Jahren online, wächst rasant. Im Jahr 2008 hat sich die Anzahl der registrierten Teilnehmer verdoppelt. Ende Dezember nutzten über 600 Personen dieses Angebot. Kinder und Jugendliche mit angeborenem Herzfehler sind hier genauso zu finden, wie betroffene Eltern. Die anfängliche Skepsis, ob dies gemeinsam in einem Forum funktioniert, ist mittlerweile zerstreut worden. Einige Bereiche des Forums können bis zu 120.000 Zugriffe pro Monat aufweisen. Ausgetauscht werden Erfahrungen mit dem eigenen Herzfehler, aber auch Alltägliches, wie z. B. Berufswahl oder Freizeitaktivitäten, Ratschläge werden gegeben, Anteilnahme, Zuspruch und Hilfe gefunden. Die Administratoren der Kinderherzstiftung versuchen so wenig wie möglich steuernd in das Forum einzugreifen. Dies wird nur dann notwendig, wenn die „Netikette” nicht eingehalten wird, offensichtliche Falschaussagen veröffentlicht werden oder Produktwerbung erfolgt.

Kooperationen: Schon seit langem gibt es zwischen der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie und der Kinderherzstiftung eine gute Zusammenarbeit. Nun wurde auf der Mitgliederversammlung der Gesellschaft während der Jahrestagung in Neu-Ulm ohne Gegenstimme beschlossen, die Kinderherzstiftung als assoziiertes Mitglied in die Gesellschaft aufzunehmen. Innerhalb der Gesellschaft arbeitet die Kinderherzstiftung in folgenden Arbeitsgruppen mit: AG EMAH (Erwachsene mit angeborenem Herzfehler); PS-AG (Psycho-Soziale Belange).

Für Kinder mit angeborenem Herzfehler bietet die Kinderherzstiftung verschiedene Freizeiten an, die meist von Ärzten zum Schutz der Kinder und zur Sicherheit der Eltern begleitet werden. Ziel der Freizeitangebote ist es, das Selbstvertrauen der Kinder zu fördern. Dass dies in großem Maß gelingt, bestätigen die Teilnehmer selbst, deren Eltern und auch die Ärzte.

  • Segeltörn auf der Ostsee: 11.–20. August 2008 (14 Teilnehmer)
  • Familienfreizeit in Herbstein: 22.–25. Mai 2008 (elf Familien, d. h. 21 Erw., 25 Kinder)
  • Erlebniswochenende „Sport und Ernährung” in Waldbröl: 13.–14. September 2008
  • Die Skifreizeit konnte 2008 nicht durchgeführt werden, da ein neues Konzept für 2009 entwickelt wird.

Auch im Jahr 2008 fanden Arzt- Eltern-Seminare in Zusammenarbeit mit Kinderherzzentren, Kinderkliniken und regionalen Elternvereinen statt in: Erlangen, Freiburg, Köln und Steinerskirchen. Insgesamt ist ein leicht abnehmendes Interesse an Informationsveranstaltungen dieser Art zu verzeichnen. Dies könnte unter anderem an verbesserten Möglichkeiten zur Informationsbeschaffung z. B. über das Internet, liegen.

Selbsthilfegruppen: Die Kinderherzstiftung vermittelt den Kontakt zu regionalen Selbsthilfegruppen und Elternvereinigungen, unterstützt diese bei den verschiedensten Aktionen z. B. Informationsständen, Familienausflügen u.v.m.

Die Deutsche Herzstiftung unterstützt patientenorientierte Projekte auf dem Gebiet der Herz- und Kreislauf-Erkrankungen. Die Anträge werden zunächst durch den Wissenschaftlichen Beirat begutachtet. Aufgrund der Gutachterempfehlungen entscheidet der Vorstand über die Förderung. Die Antragsteller verpflichten sich, einen Abschlussbericht, je nach Dauer des Projekts einen Zwischenbericht sowie eine Kostenkalkulation vorzulegen. Darüber hinaus müssen die Ergebnisse der Förderprojekte in die Aufklärungsarbeit der Deutschen Herzstiftung einfließen können.

Die Deutsche Herzstiftung unterstützt den Aufbau von Patientenregistern zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen am Institut für Herzinfarktforschung, Ludwigshafen unter der Leitung von Prof. Dr. Jochen Senges. Die dort gewonnenen Daten sind für die Deutsche Herzstiftung eine wichtige Informationsquelle.
Förderbetrag: EUR 60000,–/2 Jahre

Im Jahr 2008 wurde das Projekt „FITT-STEMI, Bundesweites QMInterventionsprojekt zur Verkürzung der Behandlungszeiten bei Patienten mit akutem ST-Hebungs- Myokardinfarkt” gefördert. Das von Prof. Dr. Karl Heinrich Scholz am St. Bernward-Krankenhaus Hildesheim angesiedelte Projekt hat die Verbesserung der Behandlung von Herzinfarktpatienten innerhalb der Klinik zum Ziel. An dem Vorhaben beteiligen sich zehn weitere Kliniken. Begleitet wird das Projekt von einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit, in die auch die Deutsche Herzstiftung eingebunden ist.
Förderbetrag: EUR 10.000,–/1 Jahr

Münchner Untersuchung der Verzögerung bei Patienten mit akutem Herzinfarkt (MEDEA): Noch immer warten Patienten viel zu lange, bis sie bei Verdacht auf Herzinfarkt die 112 alarmieren. Eine Studie von Prof. Dr. Karl-Heinz Ladwig vom Klinikum Großhadern soll die Gründe für die prähospitale Verzögerung, die durch den Patienten verursacht wird, untersuchen.
Förderbetrag: EUR 83 000,–/2 Jahre

Das Projekt „EKG-Diagnostik bei Patienten mit Palpitationen und/ oder unklaren Tachykardien: Welche Bedeutung hat die Tele-ECG-Card 100R?” wird von der Deutschen Herzstiftung gefördert. Studienleiter ist Prof. Dr. Hans- Joachim Trappe, Med. Klinik II; Marienhospital Herne, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum.
Förderbetrag: EUR 10.000,–

Die Deutsche Herzstiftung beteiligt sich an dem vom Berliner Jugendrotkreuz organisierten Projekt „Erste-Hilfe Unterweisung an Grundschulen”. In 2008 wurden insgesamt 541 Berliner Schulklassen mit über 12.000 Schülerinnen und Schülern unterrichtet. Das bedeutet eine deutliche Steigerung der Unterweisungen im Vergleich zum Vorjahr (485 Unterweisungen mit etwa 8.100 Schülern), was insbesondere auf die Förderung durch die Deutsche Herzstiftung zurückzuführen ist. Die Schulkinder lernen während des Kurses von einem erfahrenen Unterweiser die Grundlagen der Ersten Hilfe, üben Verbände, trainieren Gefahrensituationen zu erkennen, nach ihren Möglichkeiten Verantwortung zu übernehmen und zu helfen, und die Klassen üben die Herz-Lungen-Wiederbelebung. Deshalb hat sich die Deutsche Herzstiftung auch 2008 entschlossen, das Projekt zu unterstützen, für das Mittel aus der Beck’schen Stiftung bereitgestellt wurden.
Förderbetrag: EUR 30.000,–

„Unterstützung der Pilotphase zur Etablierung einer nationalen Qualitätssicherung angeborener Herzfehler”, Leitung: Prof. Dr. Axel Haverich, Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie und Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie.
Förderbetrag: EUR 10.000,–

„Medikamentöse Dauerbehandlung bei herzkranken Kindern mit Gerinnungs-Selbstkontrolle”, Leitung: Prof. Dr. Herbert E. Ulmer. Universitätsklinikum Heidelberg, Kinderheilkunde II.
Förderbetrag: EUR 30.000,–

Die Deutsche Herzstiftung setzt sich für eine verstärkte Weiterbildung von Erwachsenenkardiologen in der Kinderkardiologie ein, um eine bessere Versorgung von Erwachsenen mit angeborenem Herzfehler zu erreichen. Um das Wissen auf diesem Gebiet zu vertiefen, wurde modellhaft einer Kardiologin eine einjährige Hospitation im Universitätsklinikum Tübingen, Kinderheilkunde II (Prof. Dr. Michael Hofbeck/Dr. Annette Wacker) ermöglicht.
Förderbetrag: EUR 21.600,–

Die Deutsche Herzstiftung hat die Qualifizierung eines Kinderarztes zur Erlangung der Schwerpunktbezeichnung „Kinderkardiologie” am Klinikum Cottbus mit der Gewährung eines außerplanmäßigen Stipendiums unterstützt. Vor dem Hintergrund der Gefahr der Unterversorgung von herzkranken Kindern in der Region und auch aufgrund der geographischen Lage des Klinikums hatte sich der Vorstand für eine Teilfinanzierung entschieden und die Qualifizierung eines Kinderarztes durch ein Jahresstipendium ermöglicht. Die finanzielle Beteiligung war zuvor durch den Klinikträger garantiert worden.
Förderbetrag: EUR 28.800,-

Die Renovierung des begehbaren Herzens der Kinderakademie Fulda wurde auf Antrag unterstützt.
Förderbetrag: EUR 10.000,-

Die Deutsche Herzstiftung fördert gemeinsam mit der Deutschen Stiftung für Herzforschung (DSHF) klinische Forschung und Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Vorbeugung, der Diagnostik, der Therapie und der Nachbehandlung von Herz- und Kreislauf-Erkrankungen unter besonderer Berücksichtigung patientenbezogener Fragestellungen. Dank der Unterstützung von Mitgliedern und Spendern konnten im Jahr 2008 Stipendien, Wissenschaftspreise und Forschungsprojekte mit einem Gesamtvolumen von rund EUR 1,2 Mio. gefördert werden.

Bereits seit 1985 vergibt die Deutsche Herzstiftung einen Förderpreis an junge Wissenschaftler. Ausgezeichnet wird eine wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bevorzugt aus einem patientennahen Forschungsbereich.

Seit elf Jahren wird diese mit EUR 10.000,– dotierte Auszeichnung durch das Ehepaar Ursula und Wilhelm P. Winterstein aus Hanau gestiftet. Seit sieben Jahren ist der Preis nach seinem Stifter Wilhelm P. Winterstein benannt. Aus eigener leidvoller Erfahrung war er dankbar, dass ihm die Ärzte einen Weg aus seiner Krankheit ermöglicht haben: medizinische Rettung, Pflege, Verständnis, Unterstützung und Geduld. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es, begründete Wilhelm P. Winterstein seinen Entschluss, gemeinsam mit seiner Frau Ursula den jährlichen Förderpreis der Deutschen Herzstiftung zu stiften.

2008 ging der Wilhelm P. Winterstein- Preis an PD Dr. Martin Bergmann, Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, Berlin und Asklepios-Klinik St. Georg, Hamburg für seine Arbeit in der Stammzellforschung, mit der die Regenerationsfähigkeit des Herzmuskels bei Herzinsuffizienz untersucht wurde: Die Arbeit von Dr. Martin Bergmann und seiner Arbeitsgruppe „ß-catenin downregulation attenuates ischemic cardiac remodeling through enhanced resident precursor cell differentiation” zeigt in beeindruckender Weise, wie Grundlagenforschung neue Perspektiven für die Behandlung von Herzpatienten eröffnen kann. Mit diesen Worten verlieh Prof. Dr. Hellmut Oelert, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung und Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Stiftung für Herzforschung den Wilhelm P. Winterstein-Preis auf der Mitgliederversammlung der Deutschen Herzstiftung in Frankfurt am Main.

Für den Wilhelm P. Winterstein-Preis wurden 15 Arbeiten eingereicht. Diese werden anonymisiert, mit einer Nummer versehen und vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Stiftung für Herzforschung beurteilt. Die Arbeit mit der höchsten Punktzahl wird vom Vorstand ausgezeichnet.

Wilhelm P. Winterstein-Preisträger 1985–2008

Die Deutsche Herzstiftung vergibt Stipendien vornehmlich an junge Ärzte, die sich der Grundlagenforschung oder der klinischen Forschung auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen widmen. Das Stipendium ist mit monatlich EUR 1.800,- in Deutschland und Europa dotiert, außereuropäisch mit EUR 2.500,-. Die Laufzeit des Stipendiums beträgt in der Regel ein Jahr; in begründeten Fällen ist eine Verlängerung möglich.

Die Richtlinien zur Vergabe von Stipendien stehen auf der Homepage der Deutschen Herzstiftung. Über die Vergabe eines Stipendiums entscheidet der Vorstand auf Antrag sowie auf der Grundlage zweier Fachgutachten und der Empfehlung des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Stiftung für Herzforschung.

Die Deutsche Herzstiftung genehmigte 2008 vier Anträge auf Jahresstipendien und drei Anträge auf Verlängerung des Stipendiums:

  • Dr. med. René Pascal Andrié,
    Universitätsklinikum Bonn
    Transplantation von endothelialen Progenitorzellen zur Reduktion ventrikulärer Arrhythmien – In vivo-Untersuchungen am Infarktmodell der Maus
  • Dr. med. Christian Apitz,
    Universitäts-Kinderklinik, Tübingen
    Analyse der rechtsventrikulären Kontraktilität nach intravenöser Gabe von Sildenafil bei pädiatrischen Patienten mit pulmonalarterieller Hypertension mithilfe der Conductance-Katheter-Technik (Verlängerung)
  • Dr. med. Wolfgang Bothe,
    Stanford, CA, Standford University Medical School/Universität Freiburg
    Effects of Changes in 3-D Shape of Mitral Annuloplasty Rings on Left Ventricular Geometry and Anterior Mitral Leaflet Stresses and Strains in vivo (Verlängerung)
  • Dr. med. Marc-Phillip Hitz,
    Med. Hochschule Hannover/Hospital Sainte-Justine Montréal
    Genetic determinants of congenital heart disease
  • PhD Sanjeev Kumar,
    Abteilung für Klinische Pharmakologie, Ruhr-Universität-Bochum
    Analyse der Rolle der löslichen Adenylylcyclase in Apoptose der Herzmuskelzellen unter Ischämie-Reperfusion- Bedingungen
  • Dr. med. Volker Rudolph,
    Universitäres Herzzentrum, Hamburg
    Myeloperoxidase moduliert inter- und intrazelluläre Signalkaskaden durch Nitrierung von Fettsäuren (Verlängerung)
  • Christian Schäfer,
    Johannes Gutenberg-Universität Mainz
    Messung, Typologie und Erfolgsfaktoren der Compliance von Hypertonikern – Eine empirische Studie für die Bundesrepublik Deutschland

Ziel der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Herzstiftung ist es, die Bevölkerung unabhängig, seriös, kompetent und aktuell über Herz-Kreislauf- Erkrankungen zu informieren. Hierzu vermittelt die Deutsche Herzstiftung medizinische Informationen, die laienverständlich aufbereitet sind, und gibt praktische Empfehlungen für einen gesunden Lebensstil – und dies in enger Zusammenarbeit mit den Experten des Wissenschaftlichen Beirats.

Journalisten von Nachrichtenagenturen, in TV-, Hörfunk und Printredaktion wenden sich regelmäßig an die Pressestelle, um von Herzspezialisten der Deutschen Herzstiftung eine unabhängige Einschätzung zu Veröffentlichungen über neue Behandlungsmethoden und Diagnoseverfahren zu erhalten. Darüber hinaus nimmt die Deutsche Herzstiftung zu gesundheitspolitischen Themen Stellung, um die Interessen der Herzpatienten wahrzunehmen und um die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verbessern.

Der Pressedienst versorgt rund 1.000 Redaktionen und Medienvertreter in Deutschland mit Presseverlautbarungen. Im Internet ist die Deutsche Herzstiftung unter www.herzstiftung.de mit einer umfangreichen, ständig aktualisierten Website vertreten. Zahlreiche Informationen und Bildmaterial sind für Medienvertreter frei zugänglich. 2008 gab die Deutsche Herzstiftung in Zusammenarbeit mit den Experten aus Vorstand und Wissenschaftlichem Beirat 22 Pressemeldungen heraus. Weiter zu den Pressemeldungen

Die Aufklärungskampagne der Deutschen Herzstiftung über Herzklappenerkrankungen begleiteten die Medien mit zahlreichen Berichten in Presse, Fernsehen, Hörfunk und Internet. Die Pressemappe erreichte eine Druckauflagenhöhe von 41,2 Millionen Exemplaren. Unter anderem wurden folgende Aktionen mit Medienpartnern durchgeführt:

  • Programmzeitschrift HÖRZU:
    Telefonaktion zum Thema Gerinnungshemmung
    Experten: Prof. Dr. Christoph Bode, Dr. Christa Gohlke-Bärwolf, Prof. Dr. Harald Klepzig, Prof. Dr. Thomas Meinertz und Prof. Dr. Heinz Völler
  • Hessischer Rundfunk:
    Fernseh- Sendung „service: gesund“
    Experte: Prof. Dr. med. Horst Sievert
    Telefonaktion im Anschluss zur Sendung, Thema: Herzklappenerkrankungen
    Experte: PD Dr. Bernd Nowak
  • ZDF:
    Zwei Sendungen „Volle Kanne-Service-täglich“ zu Herzklappenerkrankungen und Gerinnungshemmung
    Experten: Prof. Dr. Hans-Jürgen Becker, PD Dr. Bernd Nowak
  • Südwestrundfunk:
    Sendung „Landesschau“
    Experte: Prof. Dr. med. Friedhelm Beyersdorf
  • Rundfunk Berlin Brandenburg:
    Sendung „Quivive“
  • Westdeutscher Rundfunk:
    Sendung „servicezeit:gesundheit“

Die Deutsche Herzstiftung würdigte 2008 im Rahmen der Sitzung des Wissenschaftlichen Beirats zwei Journalisten für ihre hervorragende Berichterstattung über Herz-Kreislauf- Krankheiten. Ausgezeichnet wurden:

  • Corinna Schöps, (Medizinredaktion, HÖRZU)
  • Gerold Zink. (Badische Zeitung)

Die Deutsche Herzstiftung dankt allen Journalisten, die über Herz- Kreislauf-Erkrankungen sowie über deren Vorsorge, Erkennung und Behandlung berichtet haben. Ihre kompetente und sachliche Berichterstattung hat vielen Menschen geholfen und zum Erfolg der Deutschen Herzstiftung beigetragen.

Der Internetauftritt der Deutschen Herzstiftung ermöglicht einen einfachen Zugriff auf umfassende Informationen und neue Angebote. Dem Internetangebot kommt immer größere Bedeutung zu: Allein in 2008 konnten 1.029 neue Mitglieder in Verbindung mit dem Newsletter gewonnen werden, dies entspricht rund 20% der Eintritte in 2008.

Zur Aufklärung der Bevölkerung über Herz-Kreislauf-Krankheiten setzt die Deutsche Herzstiftung auch so genannte Füll-Anzeigen ein, die von Zeitungs- und Zeitschriften-Verlagen kostenfrei abgedruckt werden. Die verschiedenen Anzeigenmotive informieren zum Beispiel über das Verhalten im Notfall bei Verdacht auf Herzinfarkt.

Die Deutsche Herzstiftung konnte 2008 kostenfreie Anzeigen, so genannte Adwords, auf www.google. de schalten und damit im Internet werben. Adwords sind kurze Textanzeigen, die bei Eingabe eines Suchwortes entweder rechts neben den Suchergebnissen erscheinen oder auch über den Ergebnissen eingeblendet werden. Als Stichworte hat die Deutsche Herzstiftung „Herzinfarkt”, „Herzinfarkt Risikotest” und „Herzinfarkt Alarmzeichen” u. a. ausgewählt. Mehr als 60.000 Besucher haben daraufhin zusätzlich die Informationen der Deutschen Herzstiftung zum Herzinfarkt abgerufen.

Immer wieder wird die Deutsche Herzstiftung um gesundheitspolitische Stellungnahmen zu einzelnen Gesetzgebungsverfahren gebeten, so zum Beispiel zu der Kennzeichnung von Lebensmitteln. Auf gesundheitspolitischen Handlungsbedarf machte die Deutsche Herzstiftung im Juli 2008 bei der Rabattvertragsregelung für Arzneimittel aufmerksam. Die Deutsche Herzstiftung fordert, die bei vielen Patienten eingetretene Situation des fortwährenden Präparatewechsels zu beenden, da diese die Patienten verunsichern und ein Gesundheitsrisiko darstellen können. Mit einer Presseerklärung wandte man sich an die Öffentlichkeit sowie an das Bundesministerium für Gesundheit, an die Gesundheits- und Sozialminister der Länder, die gesetzlichen Krankenkassen und die Bundesärztekammer, um die Versorgung der Patienten mit Medikamenten zu verbessern.

Damit jeder Patient Clopidogrel erhält, der es braucht, hat die Deutsche Herzstiftung gefordert, es in diesen Fällen aus der strengen Budgetierung der Krankenkassen herauszunehmen. Denn für Stentpatienten ist Clopidogrel unverzichtbar – ein Monat lang, nachdem ein unbeschichteter Stent und sechs bis zwölf Monate oder länger, nachdem ein medikamentenbeschichteter Stent eingesetzt wurde . Inzwischen ist auch nachgewiesen, dass der wichtigste Grund für Stentverschlüsse das frühe Absetzen von Clopidogrel ist. 30% der Stentverschlüsse enden tödlich. Umso unverständlicher ist es für die Deutsche Herzstiftung, dass immer noch Stentpatienten Clopidogrel vorenthalten wird, für die dieses Medikament zwingend notwendig ist.

Angesichts der Tatsache, dass Passivrauchen allein in Deutschland jährlich mehr als 3.300 Todesfälle verursacht, setzte sich die Deutsche Herzstiftung auch im Jahr 2008 für einen konsequenten gesetzlichen Nichtraucherschutz ein. Zum Welt-Nichtrauchertag im Mai sowie in einer gesundheitspolitischen Stellungnahme (Pressemitteilung) im September forderte sie erneut einen umfassenden Nichtraucherschutz und ein bundeseinheitliches, generelles Rauchverbot in allen öffentlichen Räumen und Gaststätten. Rauchverbots-Ausnahmen etwa für Ein-Raum-Kneipen oder Lokale mit Nebenräumen lehnt die Deutsche Herzstiftung entschieden ab, da sie keinen konsequenten Nichtraucherschutz der Gäste und Beschäftigten in der Gastronomie gewährleisten.

Die Arbeit der Deutschen Herzstiftung wird getragen von den vielen Mitgliedern, Spendern und Förderern. Dank ihrer vielfältigen Unterstützung wird die Umsetzung der in § 2 der Satzung verankerten Aufgaben und Ziele des gemeinnützigen Vereins ermöglicht. Hierzu einige Beispiele:

Der Abbott Vascular Herz-Lauf – eine Initiative der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie und Abbott Vascular Deutschland GmbH – fand 2008 zum wiederholten Male im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie statt. Über 250 Kongressteilnehmer nahmen am 5 km-Lauf im Mannheimer Luisenpark teil. Anstelle einer Teilnahmegebühr entrichtete jeder Läufer eine Spende von EUR 10,– an die Deutsche Herzstiftung. Abbott Vascular erhöhte die Spendensumme auf insgesamt EUR 7.500,–, die Prof. Dr. Helmut Gohlke, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung, entgegen nahm. Mit dem Erlös wurden Medienkoffer für die Freizeiten der Kinderherzstiftung angeschafft.

Anlässlich des Weltherztages fand in Hamburg zusammen mit der Firma LEITZ der „Leitz Office Run – Laufen mit Herz” statt. Prof. Dr. Thomas Meinertz, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung nahm die Spende in Höhe von EUR 41.000,– in Hamburg entgegen. Ziel der Aktion war es, Büroangestellte zu mehr Bewegung zu animieren. Die Läufer begaben sich auf eine 3,2 km lange Strecke im Hamburger Stadtpark und legten innerhalb von zwei Stunden ihre Runden zurück. Für jede Runde gab es ein Bändchen. Die Zahl der eingesammelten Bändchen multipliziert mit einem Geldbetrag plus Startgeld ergab den Spendenerlös.

In der Petrikirche zu Freiberg gab Prof. Dr. Hans-Joachim Trappe, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung, auf der berühmten Silbermann-Orgel ein Benefizkonzert zugunsten der Deutschen Herzstiftung.

Der Golfclub Markgräflerland Kandern organisierte zum fünften Mal zugunsten der Deutschen Herzstiftung und der Schweizerischen Herzstiftung ein Charity-Golfturnier. Die Einnahmen aus Startgeldern, Platzgebühren und Spenden der Gäste beliefen sich auf EUR 6.000,– und wurden beiden Herzstiftungen zur Verfügung gestellt.

Das 1. Benefiz-Ärzte-Golfturnier zugunsten der Deutschen Implantat Stiftung und der Deutschen Herzstiftung fand im Golfclub auf dem Hofgut Neuhof bei Frankfurt am Main statt. Die Spendenerlöse kommen einem Kinderforschungsprojekt zugute.

Weihnachtskarten: Seit 1999 unterstützt der Santa-Verlag durch den Verkauf von Weihnachtskarten mit einem Spendenanteil die Arbeit der Deutschen Herzstiftung. Die für 2008 angebotenen Motive stießen bei den Kunden auf besonders großes Interesse, so dass Michael Preuninger vom Santa-Verlag EUR 57.323,– an die Deutsche Herzstiftung überweisen konnte. Das Geld wird zu etwa gleichen Teilen für die Aufklärung und für die vielfältige Arbeit der Kinderherzstiftung eingesetzt.

Martin Schulz, Leiter der Rats-Apotheke in Rheda-Wiedenbrück, übergab der Deutschen Herzstiftung eine Spende von EUR 1.000,-, die während der Aktionstage zum Thema „Herz-Kreislauf-Gesundheit” zugunsten der Kinderherzstiftung gesammelt wurden.

Die traditionelle Mittelmeerküche ist besonders gut geeignet, um das Risiko für Herz-Kreislauf- Erkrankungen zu senken. Deshalb hat die Deutsche Herzstiftung 2008 gemeinsam mit Chefkoch Gerald Wüchner das Koch- und Ernährungsbuch „Mediterrane Küche – eine Chance für die Zukunft” in einer Auflage von 5.000 Exemplaren herausgegeben (Verkaufspreis EUR 20,–). Die erste Auflage war bereits zum Jahresende vergriffen.

In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wurde die Auflösung von Herz in Not Deutschland e.V. beschlossen. Manfred Andresen, der stellvertretende Vorsitzende, hat im Namen der Mitglieder das Vereinsvermögen in Höhe von knapp EUR 15.000,– der Deutschen Herzstiftung überlassen, um weitere Projekte zum Wohle von Herzpatienten finanzieren zu können.

Im Internet einkaufen und helfen: Die Deutsche Herzstiftung wird mit einem Einkauf über die Internetseite www.planethelp.de mit bis zu 15% des Einkaufswertes als Spende unterstützt. In diesem Internetportal bieten 385 Shops vielfältige Produkte in mehr als 22 verschiedenen Kategorien an.

Anlass-Spenden: Es gibt zahlreiche Anlässe zum Feiern, so z. B. Geburtstage, Hochzeiten, Jubiläen, Familienfeste oder besondere Anlässe in Unternehmen. Anstelle von Geschenken haben 2008 viele Menschen um Spenden zugunsten der Deutschen Herzstiftung gebeten: 141 Geburtstage, 20 Hochzeitsjubiläen, 13 Erstkommunion, 3 Abschiede aus dem Berufsleben. Gesamterlös: EUR 130.850,–

2008 haben insgesamt 261 Angehörige im Sinne der Verstorbenen um eine Kondolenzspende zugunsten der Deutschen Herzstiftung oder ihrer Kinderherzstiftung gebeten. Gesamterlös: EUR 242.520,–

Bußgelder: Als gemeinnütziger Verein ist die Deutsche Herzstiftung berechtigt, Geldbußen aus Gerichtsverfahren zu erhalten. Im Jahr 2008 gingen insgesamt 71 Zuweisungen aus Geldauflagen in Höhe von EUR 38.865,– an die Deutsche Herzstiftung.

2008 erhielt die Herzstiftung EUR 1,4 Mio. aus Erbschaften und Vermächtnissen. Die Testamente der Erblasser legen die Verwendung des Nachlasses genau fest, beispielsweise zur Förderung der Aufklärung über Herzkrankheiten, zur Unterstützung der Forschung oder der Arbeit für herzkranke Kinder. Die Deutsche Herzstiftung gedenkt in Dankbarkeit:

Anna Theresia Behler, Gerd-Wolfgang Fiege, Dr. Hans Fröhlich, Ulrich Wilhelm Gemmer, Ursula Knappe, Ingeborg Kuhn, Theresia Pflug, Erika Ilse Raspe, Dr. Rolf Schädel, Paula Carola Trenkamp, Gerlinde Ennepa Westram, Martha Luise Wiest

Nach dem viel zu frühen Ableben ihres Sohnes Gerd Killian entschied sich Doris Killian, die Kinderherzstiftung der Deutschen Herzstiftung zu ihrer alleinigen Erbin zu benennen. Die Erblasserin verfügte, dass die Deutsche Herzstiftung das geerbte Vermögen gesondert zu verwalten habe. Die Erträgnisse aus dem Nachlass sollen nach dem Willen Doris Killians insbesondere Forschungsaktivitäten für Kinder mit angeborenem Herzfehler bestimmt sein. Nachdem Doris Killian 2007 starb und der Erbfall eintrat, richtete die Deutsche Herzstiftung den „Gerd Killian-Fonds” ein, der nunmehr seine Förderungsaktivitäten aufnehmen kann. In 2009 wird es erstmals möglich sein, aus den Erträgen des Nachlasses das neugeschaffene „Gerd Killian-Forschungsprojekt” zu vergeben. Ganz nach den Vorstellungen der Erblasserin wird es jungen Medizinern ermöglicht, wissenschaftliche Forschung auf dem Gebiet der angeborenen Herzfehler zu betreiben.

Die Beck’sche Stiftung hat die Deutsche Herzstiftung auch im Jahr 2008 mit einer großzügigen Spende unterstützt. Der Vorsitzende Dr. Clemens Beck, Neffe des im Jahr 2006 verstorbenen Stiftungsgründers Hans-Oskar Beck, teilte mit, dass der Vorstand entschieden habe, EUR 80.000 für mehrere Projekte der Kinderherzstiftung bereit zu stellen. Die Mittel kommen in Abstimmung mit der Beck’schen Stiftung den Vorbeugungsprogrammen im Kindes- und Jugendalter und der Arbeit für herzkranke Kinder zugute. Das Geld fließt in das Projekt „Skipping Hearts”, Seilspringen für Kinder, aber auch in die Erste-Hilfe-Ausbildung von Berliner Grundschulkindern, in Nichtraucherprojekte in Schulen und in Angebote für herzkranke Kinder.

Unter dem Namen „Herbert und Gertrud Dietze-Stiftung” soll das Vermögen von Gertrud Dietze in der vollen Höhe von EUR 767.000,– erhalten bleiben. Das hat die Erblasserin in ihrem Testament verfügt. Aus den Erträgen des Vermögens sind Projekte zugunsten herzkranker Kinder zu finanzieren. Im Berichtsjahr wurden sie für das Projekt Medikamentöse Dauerbehandlung bei herzkranken Kindern mit Gerinnungs-Selbstkontrolle (Universitätsklinikum Heidelberg, Prof. Dr. Herbert E. Ulmer) verwendet.

Unter dem Dach der Haspa Hamburg Stiftung wurde 2008 der Margarete Mohrmann-Stiftungsfonds errichtet, der zum Ziel hat, aus den Fondserträgen die gemeinnützige Arbeit der Deutschen Herzstiftung zu fördern.

Ausblick 2009

Etwa 1,4 Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer chronischen Herzschwäche. 250.000 Patienten werden jedes Jahr deswegen in Krankenhäuser eingewiesen. Tendenz steigend. Aufgrund dieser alarmierenden Zahlen hat sich die Deutsche Herzstiftung entschieden, in den bundesweiten Herzwochen 2009 im November über „Herzinsuffizienz” (chronische Herzschwäche) aufzuklären. Mit Herz-Seminaren, Vorträgen, Gesundheitstagen und Telefonaktionen soll eine breite Öffentlichkeit über Entstehung und Behandlungsmöglichkeiten der chronischen Herzschwäche informiert werden. Die Veranstaltungen sind für alle Interessierten kostenfrei zugänglich. Die Deutsche Herzstiftung wird eine umfassende, von Experten laienverständlich verfasste Broschüre zum Thema herausgeben und Patienten mit Herzschwäche mit praktischen Ratgebern für den Alltag zu unterstützen.

Im Mittelpunkt der Vereinsarbeit steht die Förderung der Prävention. Hierzu ist es nach Auffassung der Deutschen Herzstiftung notwendig, das Projekt „Mittelmeerküche im Krankenhaus und in Betrieben” auszubauen und weiterzuentwickeln. Gleiches gilt für das Projekt „Skipping Hearts” (Seilspringen in Schulen), für Aktionstage in Kindergärten und Schulen, die auf weitere Bundesländer ausgedehnt werden sollen, und ebenso für die Gesundheitsförderung im Betrieb.

Die Deutsche Herzstiftung wird einen Beitrag zur Stärkung des Wissenschaftsstandortes Deutschland leisten, in dem die Dotierung der Jahresstipendien denen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) angeglichen wird. Stipendien in Deutschland und Europa werden mit EUR 2.455,- und aussereuropäische mit EUR 3.700,- monatlich dotiert sein.

Jahresabschluss
Wissenschaftlicher Beirat der Deutschen Herzstiftung e.V.
 
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