In dieser Situation Ruhe zu bewahren, ist leichter gesagt als
getan.
Auf Folgendes sollten Sie achten:
Nicht warten
Viele Patienten zögern vor allem in der Nacht und am
Wochenende, den Rettungsdienst zu rufen. Niemals in der Nacht auf
den Morgen warten, niemals am Samstag oder Sonntag auf den
Montag.
Rettungswagen alarmieren und Verdacht auf Herzinfarkt
äußern
Bei einem Herzinfarkt geht es nicht um einen ärztlichen Rat
oder eine normale Behandlung, die Stunden Zeit hat. Beim
Herzinfarkt zählt jede Minute. Ohne Zeitverzögerung
müssen Betroffene ins rettende Krankenhaus gebracht werden.
Sie verlieren wertvolle Zeit, wenn Sie zunächst beim
Hausarzt oder bei Verwandten oder Nachbarn anrufen.
Wählen Sie 112
Wenn Sie die 112 oder die örtliche Notrufnummer anrufen,
äußern Sie sofort den Verdacht auf Herzinfarkt, dann
wird Ihnen umgehend ein Rettungswagen geschickt. Dieser ist mit
einem Defibrillator ausgestattet, mit dem die lebensbedrohlichen
Herzrhythmusstörungen (Kammerflimmern) beendet werden
können. Sagen Sie Ihren Namen, Ihre Adresse und hinterlassen
Sie Ihre Telefonnummer für Rückfragen.
Beim Notruf nicht vorzeitig auflegen
Immer wieder gehen bei Leitstellen Notrufe ein wie: „Kommen
Sie sofort, mein Mann/meine Frau ist zusammengebrochen“,
und ohne die Adresse anzugeben, wird der Hörer
eingehängt. Folglich weiß der Rettungswagen nicht,
wohin er fahren soll. Warten Sie daher immer ab, ob noch
Rückfragen kommen. Das Gespräch beendet die
Leitstelle.
Ärztlicher Notfalldienst ist kein
Rettungsdienst
Immer wieder führt der Name „ärztlicher Not- bzw.
Bereitschaftsdienst“ zu Missverständnissen. Dabei
handelt es sich nicht, wie viele annehmen, um den Notarzt im
Rettungswagen, sondern um einen Dienst, der an Wochenenden und
Feiertagen oder auch nachts den Hausarzt ersetzt, z. B. wenn bei
Grippe oder schwerer Migräne ärztliche Hilfe
benötigt wird. Es dauert oft lange, bis der ärztliche
Bereitschaftsdienst kommen kann und wenn er eintrifft, kann er
nur die 112 alarmieren. Deshalb diesen Umweg meiden und direkt
die 112 wählen.
Nicht mit dem Auto in die Klinik
Menschen mit einem Herzinfarkt lassen sich immer wieder von
Freunden, Bekannten oder Verwandten ins Krankenhaus fahren.
Mancher Betroffene setzt sich sogar selbst ans Steuer. Das sollte
man auf keinen Fall tun! Tritt das lebensbedrohliche
Kammerflimmern auf, kann nur der Defibrillator helfen, mit dem
jeder Rettungswagen ausgestattet ist.
Außerdem: Bereits zu Hause wird der Patient vom Rettungsdienst versorgt und wenn er im Rettungswagen eingeliefert wird, setzt in der Regel die Therapie schon im Rettungswagen, spätestens aber in der Klinik wesentlich schneller ein. Nur die Patienten, die schnell kommen, profitieren von den Fortschritten der modernen Infarkttherapie mit Ballondilatation oder Lyse.