Ein Jubiläum: Zum zehnten Mal wurde der Wilhelm P. Winterstein-Preis, dotiert mit 10.000 EUR, auf der Mitgliederversammlung der Deutschen Herzstiftung für herausragende Forschungsprojekte vergeben. Ein besonderer Tag für den jungen, engagierten Dr. med. Matthias Paul.
Wilhelm P. Winterstein, der Stifter des Preises, sagte in seiner Ansprache: „Nicht nur meine Frau und ich, wir alle gratulieren Ihnen von ganzem Herzen. Wir freuen uns mit Ihnen, dass das auserlesene Gremium von Professoren Ihre beeindruckende Arbeit mit Abstand mit der höchsten Punktzahl unter den Bewerbern bewertet hat.”
Der Preisträger Dr. Matthias Paul vom Universitätsklinikum Münster erhielt die Auszeichnung für seine Arbeit Erkrankung der rechten Herzkammer mit lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen: Aufdeckung einer Genveränderung und ihre Bedeutung für die Prognose. Prof. Dr. med. Hellmut Oelert, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Stiftung für Herzforschung, der die Ehrung vornahm, hob hervor, dass in dieser Arbeit die Grundlagenforschung nachvollziehbar der Gesundheit und der Lebensqualität der Patienten diene.
Dr. Matthias Paul verstand es, in einem kleinen Vortrag seine Forschungsarbeit verständlich und interessant vorzustellen: Immer wieder höre man von Fällen, in denen der Onkel oder die Großmutter plötzlich umgefallen sei und tot war. Früher habe man das nicht richtig einordnen können. Heutzutage werde man hellhörig, wenn so unklare, plötzliche Todesfälle familiär gehäuft auftreten bei Menschen, wo man es eigentlich nicht vermuten würde. Mit seiner Arbeitsgruppe hat Dr. Paul über einen Zeitraum von zehn Jahren solche Familien untersucht. Dabei haben sie herausgefunden, dass Patienten mit dem veränderten Gen (Plakophilin-2) eher gefährdet sind, einen plötzlichen Herzstillstand aufgrund der Erkrankung der rechten Herzkammer zu erleiden als Patienten ohne Genveränderung. Stellt man diese Genveränderung im Blut fest, können Maßnahmen zur Verringerung des Risikos ergriffen werden.