Logo der European Heart Health Charta

II. Ziele

Artikel 1

Das Ziel der European Heart Health Charter ist, das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Europäischen Union und der europäischen Region der WHO deutlich zu senken sowie Ungerechtigkeit und Ungleichheit der Krankheitsbelastung innerhalb der Länder und im Ländervergleich zu verringern.

Im vorliegenden Dokument bezieht sich der Ausdruck "Herzgesundheit" auf Herzerkrankungen, Schlaganfälle und andere arteriosklerotische Gefäßkrankheiten.

Artikel 2

Die Charta empfiehlt den Unterzeichnern, Maßnahmen zu fördern und zu unterstützen, die erheblich zur Senkung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen. Dabei sind den Maßnahmen Priorität einzuräumen, die auf Änderung des Lebensstils abzielen.

Die Unterzeichner erkennen folgendes an

Artikel 3

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind durch mehrere Faktoren bedingt. Es ist von großer Bedeutung, dass alle Risikofaktoren und Determinanten sowohl auf gesellschaftlicher als auch auf individueller Ebene berücksichtigt werden.

Zu den Charakteristika im Zusammenhang mit Herzgesundheit zählen:

  • Nichtrauchen,
  • angemessene körperliche Aktivität – mindestens 30 Minuten fünf Mal in der Woche,
  • gesunde Ernährung,
  • kein Übergewicht,
  • Blutdruck unter 140/90 mmHg,
  • Blut-Cholesterinwert unter 5 mmol/l (190mg/dl),
  • normaler Glukosestoffwechsel und
  • Vermeidung von übermäßigem Stress.

Artikel 4

Die Risikofaktoren für das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen lassen sich in drei Kategorien einteilen:

Biologisch Lebensstil Andere
    Unveränderlich Veränderlich
Erhöhter Blutdruck Rauchen Alter Einkommen
Erhöhter Blutzucker Ungesunde Ernährung Geschlecht Bildung
Niedriges HDL-Cholesterin, Hohes LDL-Cholesterin Alkoholmissbrauch Genetische Veranlagung Lebensumstände
Übergewicht/
Adipositas
Mangelnde körperliche Bewegung Ethnische Abstammung Arbeitsbedingungen

Artikel 5

Die Risikofaktoren können über politische Entscheidungsträger durch die Bereitstellung stützender Lebensumfelder angegangen werden, z.B. in der Legislative (darunter auch Besteuerung und Marketing) oder durch andere Maßnahmen, durch einzelne Personen, die eine gesunde Ernährung, Tabakabstinenz und regelmäßige körperliche Aktivität vorleben, und durch Gesundheitsexperten, die für Hochrisikogruppen eintreten, sie erkennen und behandeln.

Artikel 6

Eine lebenslange Auseinandersetzung mit diesen Risikofaktoren ist erforderlich und beginnt bereits in der Kindheit.

Artikel 7

Die Belastung durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann auch durch frühzeitige Diagnose, angemessene Behandlungsmethoden, Rehabilitation und Prävention gesenkt werden. Dazu zählt auch die Beratung für einen gesunden Lebensstil.

Artikel 8

Geschlechtsspezifische Aspekte kardiovaskulärer Gesundheit und Erkrankungen sollen Berücksichtigung finden.

Die Unterzeichner stimmen folgendem zu

Artikel 9

Umsetzung der Richtlinien und Maßnahmen, die in hochrangigen politischen Dokumenten Europas verankert sind:

  • Ratsbeschlüsse zum Thema "Herzgesundheit" (Juni 2004)
  • Luxembourg Declaration (Juni 2005) zur Förderung der Herzgesundheit4
  • WHO-Resolution zur Vorbeugung und Bekämpfung von nichtübertragbaren Krankheiten in der europäischen Region der WHO

Die Umsetzung erfolgt auf europäischer, nationaler und regionaler Ebene.

Artikel 10

Förderung der Entwicklung und Implementierung umfassender Gesundheitsstrategien sowie Maßnahmen und Richtlinien auf europäischer, nationaler, regionaler und lokaler Ebene zur Förderung der Herzgesundheit und der Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Artikel 11

Aufbau und Förderung spezieller Netzwerke für Herzgesundheit mit dem Ziel, eine möglichst umfassende politische Unterstützung bei der Entwicklung von Richtlinien zu erhalten und Maßnahmen zur Verringerung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu koordinieren.

Artikel 12

Engagement in der Gesundheitserziehung und Schaffung eines Gesundheitsbewusstseins in der Bevölkerung und bei Patienten durch Einbeziehung der Medien und Entwicklung eines Konzepts für soziales Marketing, sowie Mobilisierung der Gesellschaft und Koalitionsbildung auf breiter Basis.

Artikel 13

Bereitstellung von Kapazitäten zur Gesundheitsförderung durch Ausbildung, Studium und Weiterbildung, um dem Ziel dieser Charta entsprechen zu können.

Artikel 14

Unterstützung der Erarbeitung nationaler Strategien zur Erkennung und Behandlung von Hochrisikogruppen sowie Prävention und Versorgung von Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Artikel 15

Förderung der Einführung der aktuellen europäischen Richtlinien zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die von der Joint European Task Force erstellt wurden. Diese Förderung beinhaltet auch die Übersetzung der Richtlinien in die jeweilige(n) Landessprache(n) und deren Anpassung an nationale Gegebenheiten, darunter nationale Statistiken zu Mortalität und Morbidität, lokale Gegebenheiten und das landesspezifische Gesundheitswesen. Darüber hinaus soll für Verbreitung der Richtlinien in allen medizinischen Berufsgruppen und bei anderen Partnern des Gesundheitswesens gesorgt werden.

In Zusammenarbeit mit Gesundheitsbehörden soll sichergestellt werden, dass Präventionsarbeit im Gesundheitswesen mit hoher Priorität behandelt, durch genügend und gut ausgebildetes Personal ausgeführt und durch Versicherungsträger erstattet wird.

Artikel 16

Priorisierung der Forschung zur Wirksamkeit von Richtlinien und Präventionsmaßnahmen, darunter auch zu anfallenden Ausgaben im Gesundheitswesen.

Durchführung von Forschungsarbeiten mit den Kernthemen Epidemiologie und Verhaltensfaktoren, darunter auch der Einfluss verschiedener Programme zur Verbesserung und Erhaltung der Gesundheit der Bevölkerung, darunter Programme für junge Menschen und Programme, die das Verständnis für Alterungsmechanismen im Herz-Kreislauf-System und für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen fördern sollen.
Bündelung von Forschungsarbeiten in Europa durch Förderung und Finanzierung der weiteren Zusammenarbeit, Erweiterung und Koordination von Forschungsprojekten.

Artikel 17

Beurteilung der aktuellen Lage der Herzgesundheit (darunter auch die zunehmende Prävalenz von Risikofaktoren) als Messinstrument für den Fortschritt auf Bevölkerungsebene und der Ebene jedes Einzelnen, um die in Artikel 2 beschriebenen Ziele zu erreichen.

Artikel 18

Regelmäßige Prüfung des Umfangs, in dem nationale Pläne und Richtlinien angenommen und implementiert werden.

Organisation von Zusammenkünften in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission und der WHO zum Thema European Heart Health Charter. Diese Sitzungen dienen als Plattform für den Austausch von Ideen und Erfahrungen und legen die bereits erreichten und noch zu erreichenden Verbesserungen vor.

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