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I. EINLEITUNG

Mortalität und Morbidität

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Europa bei Männern und Frauen die Todesursache Nummer eins. Sie machen nahezu die Hälfte aller Todesfälle in Europa aus; pro Jahr sterben daran mehr als 4,35 Millionen Menschen in den 52 Mitgliedsstaaten der europäischen Region der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und über 1,9 Millionen Menschen in der Europäischen Union. Darüber hinaus stellen Herz-Kreislauf-Erkrankungen auch eine häufige Ursache für Behinderungen und eine verminderte Lebensqualität dar.

Dabei lassen sich Herz-Kreislauf-Erkrankungen sehr gut verhindern. Die WHO schätzt, dass bereits eine geringe bevölkerungsweite, gleichzeitige Reduzierung von Bluthochdruck, Adipositas, Cholesterinspiegel und Tabakkonsum das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen um mehr als die Hälfte reduzieren würde.

Die Mortalität, die Zahl der Neuerkrankungen und der tödliche Ausgang von Herz-Kreislauf-Erkrankungen nehmen in den meisten Ländern Nord-, Süd- und Westeuropas ab – im Gegensatz dazu lässt sich in den Ländern Mittel- und Osteuropas keine Abnahme, sondern vielmehr ein Anstieg feststellen.

Obwohl die Mortalitätsrate bedingt durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Europäischen Union sinkt, leben immer mehr Männer und Frauen mit diesen Erkrankungen. Dieser scheinbare Widerspruch hängt mit der erhöhten Lebenserwartung der Menschen und besseren Überlebenschancen der Erkrankten zusammen.

An Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben mehr Menschen als an allen Krebserkrankungen zusammen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind auch für Frauen die wichtigste Todesursache. Des weiteren ist die Mortalität bei Männern und Frauen mit niedrigerem sozioökonomischem Status höher.

Risikofaktoren

Zu den bekannten wesentlichen Risikofaktoren von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen Rauchen, Bluthochdruck und ein erhöhter Blut-Cholesterinspiegel, aber auch Faktoren, die in direktem Zusammenhang mit dem individuellen Lebensstil und den Ernährungsgewohnheiten sowie der körperlichen Aktivität stehen. Weitere Risikofaktoren, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen, sind Übergewicht und Adipositas, Diabetes mellitus, übermäßiger Alkoholkonsum und psychosozialer Stress.

Kosten

Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen in der EU pro Jahr schätzungsweise Kosten in Höhe von 169 Mrd. Euro. Daraus ergeben sich pro Jahr Kosten von 372 Euro pro Kopf, wobei dieser Wert je nach Mitgliedsstaat bis um das Zehnfache variiert: In Malta fallen weniger als 50 Euro, in Deutschland und Großbritannien hingegen mehr als 600 Euro Kosten pro Kopf und Jahr an.

Darüber hinaus ist die wirtschaftliche Entwicklung in Ländern mit hohen Erkrankungsraten beeinträchtigt. Produktionseinbußen durch Mortalität und Morbidität von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen in der EU Kosten von mehr als 35 Mrd. Euro, das sind 21 % der Gesamtkosten für diese Erkrankungen. Etwa zwei Drittel dieser Kosten entstehen durch Todesfälle (24,4 Mrd. Euro), ein Drittel durch Erkrankungen in der erwerbsfähigen Bevölkerung (10,8 Mrd. Euro).

Bereichsübergreifende Zusammenarbeit und Maßnahmen

Bedeutende EU-Dokumente, besonders die Ratsbeschlüsse von 2004 zur Förderung der Herzgesundheit, betonen die Wichtigkeit des Handelns sowohl auf Bevölkerungsebene als auch auf der Ebene jedes Einzelnen – vor allem durch Erkennung von Hochrisikogruppen.

Die EU-Ratsbeschlüsse, die unter irischer Präsidentschaft verabschiedet wurden, fordern die Europäische Kommission und auch die Mitgliedsstaaten auf, dafür Sorge zu tragen, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch geeignete Maßnahmen entgegengewirkt wird. Die Luxembourg Declaration wurde unter der Ratspräsidentschaft von Luxemburg verabschiedet. Sie beinhaltet ein Abkommen der Vertreter nationaler Gesundheitsministerien sowie europäischer und nationaler Vertreter von Herzgesellschaften und Herzstiftungen, die alle am Treffen in Luxemburg teilnahmen, um umfassende Pläne zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen einzuführen sowie nachhaltig zu stärken und gleichzeitig sicherzustellen, dass wirksame Maßnahmen, Richtlinien und Interventionen in allen Ländern Europas etabliert sind. Verschiedene WHO-Resolutionen und -Chartas wurden verabschiedet, deren Ziel die Bekämpfung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen großen, nichtübertragbaren Krankheiten ist.

Darüber hinaus sind der Schutz der Gesundheit und die Verbesserung der Lebensqualität der Bevölkerung in Europa durch die Eindämmung der Folgen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen vollständig im EU-Abkommen festgeschrieben, ebenso wie in den Zielen der Lissabon-Agenda der EU und den Perspektiven zur Integration der Gesundheit in allen Richtlinien, die in den Beschlüssen des Europäischen Rats vom 30. November 2006 unter finnischer Präsidentschaft enthalten sind.

Mit Unterstützung der Europäischen Kommission und der WHO fordern das European Heart Network und die European Society of Cardiology engagierte europäische und internationale Organisationen auf

  • an der europäischen Charta für Herzgesundheit teilzunehmen,

  • sich für die Bekämpfung eines frühen Todes und Leidens durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch Prävention zu engagieren und

  • der Saint Valentine's Declaration der Winning Heart Conference vom 14. Februar 2000 Folge zu leisten:

    „Jedes Kind, das im neuen Jahrtausend geboren wird, hat das Recht auf eine Lebenserwartung von mindestens 65 Jahren, ohne an vermeidbaren Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu leiden.”

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