Sprechstunde zu Impotenz bei Herzerkrankungen

Impotenz: „Muss ich befürchten, dass Potenzmittel wie Viagra bei mir irgendwann nicht mehr helfen?“

Bislang ➞ 9 Kommentare zu diesem Beitrag

Impotenz und deren Ursachen

Ist bei einer Impotenz zu befürchten, dass Medikamente wie Viagra irgendwann nicht mehr helfen? welche Ursachen kommen für das Fortschreiten einer Impotenz in Frage? Die Antwort, die Sie vielleicht auch schon in HERZ HEUTE 3/2012 gesehen haben, gibt Prof. Dr. med. Michael Böhm vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung.

Die Sprechstunden-Frage im Wortlaut: "Vier Urologen und zwei Kardiologen können mir nicht erklären, warum ich an einer erektilen Dysfunktion leide. Seit 2 Jahrzehnten ist mein Blutdruck gut eingestellt, sonst habe ich keine Erkrankungen. Ich bin 54 Jahre alt, wiege 82 kg bei einer Größe von 180 cm, nehme morgens ein Sartan, bin Nichtraucher, Sportler, esse mediterran, trinke wenig Alkohol, meine Lebensführung ist bewusst.

Ich hatte bisher eine super vertraute Sexualität mit einer Traumfrau ohne Stress und Leistungsdruck. Ich befürchte, dass Potenzpillen mir bald nicht mehr helfen. Die Aufrechterhaltung der Erektion wird immer problematischer. Können Sie mir helfen?" (Christoph P., Magdeburg)

Die Experten-Antwort:

Eine erektile Dysfunktion kann durch Gefäßveränderungen, aber auch durch Hormonstörungen hervorgerufen werden. Wenn sogenannte Potenzpillen wie Viagra (PDE-5-Inhibitoren) wirksam sind, ist es sehr wahrscheinlich, dass eine erektile Dysfunktion ihre Ursache in den Gefäßen hat.

Hierbei sind die kleinen Gefäße betroffen. Ursachen hierfür sind Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die müssen bei Ihnen abgeklärt werden ebenso wie die Frage, ob Sie an Diabetes leiden. Dann kommen nervliche Ursachen in Frage (sog. diabetische Neuropathie).

Außerdem muss sichergestellt sein, dass Sie keine Gefäßverengung im Bereich des Beckens haben. Dadurch würde nicht genug Blut im Urogenitaltrakt zur Verfügung gestellt werden, um eine angemessene Steifheit des Glieds zu erreichen.

Potenzpillen: Kein Wirkverlust bei längerer Anwendung

Besprechen Sie dies bitte mit Ihrem Kardiologen und Urologen. Ich gehe davon aus, dass auch ein Hormonstatus schon erhoben wurde. Nichts spricht bei Ihnen gegen PDE-5-Inhibitoren. Diese dürfen nur dann nicht eingenommen werden, wenn Sie mit Nitraten oder Molsidomin behandelt werden. Dass die Potenzpillen bei längerer Anwendung ihre Wirkung verlieren, ist nicht zu befürchten.

•••

Tipp - Impotenz und UrsachenWenn Sie regelmäßig interessante Fragen aus der Herzstiftungs-Sprechstunde lesen wollen, empfehlen wir Ihnen die Herzstiftungs-Zeitschrift HERZ HEUTE, die Sie als Mitglied 4x pro Jahr frei Haus geliefert bekommen und die neben Experten-Berichten zu neuen Therapien auch immer eine umfangreiche Sprechstunden-Rubrik enthält. ➞ Weitere Infos zur Mitgliedschaft


Professor Dr. med. Michael Böhm

Die Sprechstunden-Frage zum Thema Impotenz und deren Ursachen hat beantwortet: Prof. Dr. med. Michael Böhm, Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung und Direktor der Klinik für Innere Medizin III am Universitätsklinikum des Saarlandes.

(Redaktion: ebe)

Ihre Meinung

Fanden Sie die Informationen auf dieser Seite zum Thema Impotenz und deren Ursachen hilfreich?

Dürfen wir Ihren Kommentar mit Ihrem Namen und Wohnort auf den Internetseiten der Herzstiftung veröffentlichen?


Bislang 9 Kommentare zu diesem Herzstiftungs-Beitrag

Georg aus Schwerte (23.05.2017): Mir hat Viagra zuerst geholfen, dann wurde die Wirkung immer schwächer, bis gar nichts mehr ging. Seit nunmehr fast 3 Jahren nehme ich jetzt ein pflanzliches Potenzmittel und kann die Teilmenge immer mehr reduzieren. Brauch nur noch eine halbe Kapsel.

Hermann S. aus Ertingen (16.11.2016): Leider haben die Antworten genau das wiedergegeben, was ich auch nicht weiß. Soll ich oder nicht? Liebe Grüße, H. S.

Dieter aus Rheda Wiedenbrück (02.11.2016): Hallo, auf diese Seite bin ich zufällig gekommen. Ich bin 70 Jahre alt, keine akuten Herzprobleme, etwas erhöhten Blutdruck (145/75), etwas erhöhten Cholesterin. Mein Doc sagt, kein Grund zur Panik oder großer Behandlungsbedarf. Mein Problem ist die Prostata (Benignes Prostata Syndrom). Nachdem die klassischen Medikamente erhebliche Nebenwirkungen zeigten, bin ich auf Cialis, ein klassisches Potenzmittel, welches inzwischen in niedrigen Dosen auch dafür zugelassen ist, gekommen. Seitdem ist mein Blutdruck um fast 10 Punkte (135/70) zurückgegangen. Die Wirkung als Potenzmittel ist allerdings auch noch da. Bei der Prostata hilft es auch. Sonst keine erkennbaren Nebenwirkungen, nur teuer. Eigentlich etwas unheimlich und ich bin mir nicht sicher, ob man so etwas langfristig und regelmäßig einnehmen sollte. Viele Grüße. Dieter

Helmut M. aus Lübbenau (25.11.2015): Bei Viagra/Levitra kaum Erfolg. Sehr schwierig, einen Ansprechpartner zu finden. Wird nur zur Vorsicht angeraten.

W. S. aus Iserlohn (02.05.2014): Bei mir hilft Viagra oder Levitra fast gar nicht.

Peter aus Stuttgart (01.02.2014): Darf ich nach einem Herzinfarkt Potenzmittel einnehmen? Da ich auch Diabetiker bin: Wie hoch ist das Risiko?

Antwort der Deutschen Herzstiftung: Vielen Dank für Ihren Kommentar. Für Fragen zu diesem Thema können Sie am einfachsten die » Sprechstunde der Herzstiftung nutzen, da unsere Herzexperten an dieser Stelle keine Nachfragen beantworten können. Alles Gute und herzliche Grüße! Ihre Deutsche Herzstiftung

Hans R. aus Kempten (15.07.2012): Leider muß ich Herrn G. M. Recht geben. Welcher Arzt nimmt sich noch Zeit für solche Gespräche, bei einem Kassenpatienten! Ich kenne keinen. Das ist der Alltag in den Praxen. Leider.

R. aus Rayong / Thailand (15.07.2012): Ja, interessant ist er, aber ob auch (mir) wirklich hilfreich??? Mir hat mein Arzt auch Cialis empfohlen, aber sobald ich mir vornehme die kleine Tablette zu nehmen, fängt mein Herz an zu rasen. Leider nicht vor sexuellen Erwartungen, sondern vor dem Wissen, dass es im Grunde genommen mit meiner Herzkrankheit nicht gut ist. Ob das nun wirklich zutrifft, weiß ich nicht, da es ja heißt nur bei Einnahme von Nitraten (ich nehme Diltiazem) sei Vorsicht geboten, aber irgendwie habe ich immer ein komisches Gefühl. So schwanke ich also immer zwischen sexuellem Verlangen und dem ungutem Gefühl hin und her.

Gerhard M. aus Riegelsberg (14.07.2012): Interessant und hilfreich, ja. Nur schade, dass es sehr schwierig ist einen Kardiologen bzw. einen Urologen zu finden, der sich die Zeit nimmt, diese Thematik zu besprechen und zu erklären, geschweige denn mit Problemlösungen aufzuwarten.

Tipp

Nichts mehr verpassen

Herz-Infos

Wenn Sie WhatsApp auf Ihrem Handy nutzen, können Sie damit kostenfrei wichtige Tipps zu Herzkrankheiten erhalten. ➞ Einfach auf den Button klicken und unkompliziert anmelden:

➞ Auf WhatsApp verbinden

Aktuelle Mitglieder-Zahl

98.000

Die Herzstiftung wurde 1979 ge­grün­det und hat heute mehr als 98.000 Mitglieder (ein­schließ­lich 1.700 Eltern herz­kran­ker Kinder).
➞ Vorteile der Mitgliedschaft u. Online-Antrag
➞ 3.979 Meinungen zur Mitgliedschaft

Bluthochdruck

Tipp: Sonderband für Betroffene

Sonderband-Bluthochdruck

Was muss man über die Ne­ben­wir­kun­gen von Blutdruck-Medikamenten wissen? Welche Ernährung hilft bei einem Blut­hoch­druck? Das und vieles mehr beantwortet der Son­der­band, den die Herz­stiftung Men­schen mit einem zu hohen Blutdruck emp­fiehlt. Als Mitglied können Sie sich den Sonderband ➞ hier kostenlos bestellen.

Empfehlung

Sonderband zu KHK
und Herzinfarkt

Abbildung KHK-Herzinfarkt-Sonderband

Dieser Sonderband ist allen Menschen mit einer KHK oder einem Herzinfarkt zu empfehlen. Aus­ge­wie­se­ne Herzspezialisten er­läu­tern darin aus­führ­lich die wichtigsten Therapien bei ei­ner koronaren Herzkrankheit und nach einem Herzinfarkt. Mitglieder können den Son­der­band hier kostenlos bestellen.

Thema Herzinfarkt

Herzstiftungs-Sprechstunde

Haben Sie Fragen zu Ihrer Herzkrankheit?

Sprechstunde

© istockphoto.com/lovleah

Bei Fragen zu Ihrer Herzkrankheit können Sie als Mitglied unsere ➞ Online-Sprechstunde nutzen.

Tipp für Herzpatienten

Exklusive Zeitschrift zu Herzerkrankungen

HERZ HEUTE

In HERZ HEUTE geben un­ab­hän­gi­ge Herz­ex­per­ten, die z. B. als Chef- oder Oberärzte an Uni­ver­si­täts­kli­ni­ken tätig sind, wertvolle Rat­schlä­ge zu Herz­krank­hei­ten (wel­che neuen The­ra­pien tatsächlich zu em­pfeh­len sind oder wie Be­trof­fe­ne ihre Er­kran­kung selbst po­si­tiv be­ein­flus­sen können).
Mitglieder bekommen die ex­klu­si­ve Zeitschrift, die nur über die Herz­stif­tung und nicht am Kiosk erhältlich ist, kostenfrei 4x/Jahr im Abon­ne­ment nach Hause ge­lie­fert.
Weiter zum Archiv

Aktuelle Medizin-Beiträge

Aktuelle Medizin-Beiträge

Bluthochdruck

Tipp: Sonderband für Betroffene

Sonderband-Bluthochdruck

Was muss man über die Ne­ben­wir­kun­gen von Blutdruck-Medikamenten wissen? Welche Ernährung hilft bei einem Blut­hoch­druck? Das und vieles mehr beantwortet der Son­der­band, den die Herz­stiftung Men­schen mit einem zu hohen Blutdruck emp­fiehlt. Als Mitglied können Sie sich den Sonderband ➞ hier kostenlos bestellen.

Tipp

Sonderdruck „Stress“

Sonderdruck Stress

Schützen Sie Ihr Herz und la­den Sie sich als Mit­glied auch folgende Herzstiftungs-Experten­schriften zum Thema Stress he­runter:

  • Sonderdruck Stress (inkl. prak­ti­schen Bei­spie­len und Zu­satz­er­läu­te­rungen, wie man sein Herz im Alltag vor Stress schützen kann)
  • Wie Stress den Blutdruck erhöht (mit wei­te­ren in­te­res­san­ten Tipps, um ge­fähr­li­chem Stress zu ent­kom­men)

Tipp: Wenn Sie noch kein Mit­glied sind, können Sie dies hier un­kom­pli­ziert nachholen und damit gleich die Ge­bühr für den Son­der­druck spa­ren. Alle Infos zur Mitgliedschaft

Kostenfrei für Mitglieder

  • Medizinische Beratung
    per E-Mail und Telefon durch unsere unabhängigen Herzexperten
  • Zeitschrift HERZ HEUTE 4x pro Jahr frei Haus mit ausführlichen Beiträgen über neue Therapiemethoden bei Herz­erkrankungen
  • Freie Auswahl aus dem umfangreichen Service-Angebot der Herzstiftung (Sonderbände, Gesundheits-Pass usw.)
  • Zugang zu allen pass­wort­geschützten Download-Schriften der Herzstiftung