Sprechstunde zum Thema Herzmuskelentzündung und Sport

Herzmuskelentzündung: „Wann ist Sport wieder erlaubt?“

Bislang ➞ 16 Kommentare zu diesem Beitrag

Herzmuskelentzündung und Sport

Wann darf man nach einer Herzmuskelentzündung wieder Sport treiben? Um dieses Thema drehte sich kürzlich eine interessante Frage in der Herzstiftungs-Sprechstunde. Hier die Antwort von Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer.

Die Frage: „Ich bin gerade auf dem Weg, eine Herzmuskelentzündung zu überstehen. Durfte bis heute keine größeren Anstrengungen unternehmen, möchte aber nun wieder mit dem Fahrradfahren auf einem Heimtrainer beginnen. Haben Sie einen Plan für mich?“ (René M., Cottbus)

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Die Experten-Antwort:

Bei Ihnen ist eine Herzmuskelentzündung aufgetreten. Sie fragen, wann Sie wieder mit Sport bzw. dem Fahrradfahren beginnen können.

Zunächst ist es wichtig zu wissen, ob die Funktion der linken Kammer eingeschränkt ist. Sollte diese nicht eingeschränkt sein, ist dies ein sehr positives Zeichen für den weiteren Verlauf.

Des Weiteren muss überprüft werden, ob bedeutsame Rhythmusstörungen vorliegen. Sollte auch dies nicht der Fall sein, ist dies ein weiterer Aspekt für eine günstige Prognose.

Herzmuskelentzündung: Sport erst nach Herzecho-Kontrolle

Ich empfehle meinen Patienten immer, dass nach einer unkomplizierten Herzmuskelentzündung eine dreimonatige Sport-Pause eingelegt werden sollte. Nach dieser Zeit empfehle ich eine Kontroll-Echokardiographie, um nochmals die Funktion der linken Hauptkammer beurteilen zu können. Sollte diese unauffällig sein und keine Rhythmusstörung vorliegen, kann wieder Sport getrieben bzw. ein Training aufgenommen werden.


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Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer

Diese Sprechstunden-Frage hat beantwortet: Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, Herzspezialist und Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung. Zu den Schwerpunkten des Herzexperten zählt u. a. die interventionelle Kardiologie und nichtinvasive Bildgebung.

(Redaktion: ebe)

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Bislang 16 Kommentare zu diesem Herzstiftungs-Beitrag

Walter H. aus Rinteln-Hohenrode (12.03.2017): Ich habe 5 Stents im Herz, das beunruhigt mich.

Karl-Heinz M. aus Bergisch Gladbach (11.11.2016): Sehr interessant. Ich werde dies mit meinem Arzt besprechen und warte jetzt die avisierte Sprechstunde ab.

Mucahide aus Heilbronn (13.01.2016): Es sind interessante und hilfreiche Informationen hier. Danke an alle :)

N. aus Wien/Österreich (25.03.2015): Ich bin 15 Jahre alt und hatte eine Herzmuskelentzündung. Ich bin Leistungssportler und trainiere jeden Tag bei einer Fußballakademie in Österreich. Ich hatte einen grippalen Infekt und habe zu früh angefangen Sport zu treiben, danach wurde bei mir eine Myokarditis (Herzmuskelentzündung) diagnostiziert. Laut Arzt darf ich 6 Monate lang keinen Sport treiben.

Bruno W. aus München (18.06.2014): Ich hatte 1992 im Frühjahr eine fiebrige Erkältung, die ich mit vom Arzt verschriebenen Antibiotika behandelt habe. Nach Ablauf der Erkältung Habe ich vom gleichen Arzt ein EKG machen lassen. Das war OK. Weil sein Belastungs-EKG kaputt war, gab ich mich leider mit dem einfachen EKG zufrieden. Der Arzt verwies mich auch nicht auf einen anderen Arzt. Ich hatte auch keine Ahnung, was das für mich bedeuten würde. Das hat mein Leben ruiniert. 3 Monate später hatte ich beim Tennisspielen große Probleme mit der Luft und Kondition. Beim Arzt wurde dann beim Belastungs-EKG eine Myokarditis festgestellt. Leider zu spät. Linksschenkelblock und Herzschwäche waren die Folge. Mein Rat bei fiebrigen Grippeerkrankungen: Sofort Blutbilduntersuchung auf Viren, Antibiotika nur, wenn nach Untersuchung erforderlich. Kein Sport für 4 Wochen. Belastungs-EKG nach 4 Wochen und dann entscheiden.

Herbert D. aus Neustadt an der Weinstraße (27.11.2013): Ich habe das gleiche Problem, leider aber mit einem Linksschenkelblock, sodass ich wahrscheinlich keinen Sport mehr machen kann, auch von der Luft her schon und weil ich Diabetiker bin.

Christine aus Stuttgart (14.11.2012): Hallo, ich (46 Jahre alt) habe seit 4 Monaten eine Herzmuskelentzündung. Nach einem starken bronchialen Infekt habe ich alle typischen Symptome bekommen wie enorme Schwäche, Palpitationen, Herzrasen, Gewichtsverlust, Atemnot, Brustschmerzen, erhöhte Temperatur, Benommenheit bis zur kurzen Ohnmacht. Im EKG war ein neu aufgetretener inkompletter Rechtsschenkelblock sowie eine Senkung in der ST-Strecke sichtbar. Ich war in drei verschiedenen Krankenhäusern, die mir alle versicherten keine Herzmuskelentzündung zu haben (teilweise mit sehr seltsamen Ausreden). Nach einer Odyssee mit unwissenden Hausärzten habe ich nun endlich eine kompetente Ärztin gefunden und die Diagnose erhalten. Die Situation war sehr belastend. Was ist nur in unseren Krankenhäusern los? Soviel ich weiß, gibt es für die Diagnose Myokarditis einen bestimmten Abrechnungsbetrag. Offensichtlich gibt es mehr Geld bei nicht gestellter Diagnose. Wie kann man sich wehren?

Michael aus Lübben (28.10.2012): Hallo, ich gehe 3-4 mal die Woche zum Sport (neben meiner Arbeit als Paket-Bote). Habe seit Wochen Beschwerden (in Form von Brustschmerzen, zieht sich auch rum bis zum Rücken. War vor Wochen (ca 4 Wochen) krank. War auch schon beim Arzt, dort wurde ein kleines Blutbid gemacht. Meine Hausärztin meinte, es kommt vom Rücken. Kann das sein? Wie eine große Verspannung? Mache mir schon seit Wochen einen Kopf, wo ich mich auch schon des Öfteren reingesteigert habe. Und grade das Reinsteigern hindert mich schon am normalen Tagesablauf, also wenn es auftritt. Wenn ich überlege, dass es mir erst seit Mitte des Jahres so geht und sonst Jahre nichts war, ist das schon komisch.

Antwort der Deutschen Herzstiftung: Vielen Dank für Ihren Kommentar. Für Fragen zu diesem Thema können Sie am einfachsten die » Sprechstunde der Herzstiftung nutzen, da unsere Herzexperten an dieser Stelle keine Nachfragen beantworten können. Alles Gute und herzliche Grüße! Ihre Deutsche Herzstiftung

Ina aus Köln (22.07.2012): Hallo, wie kommt es zu einer Herzmuskelentzündung? Hat das immer was mit Sport zu tun? Hatte jetzt auch eine Erkältung mit Halsschmerzen, Schnupfen und Husten. Bin ein Tag zu Hause geblieben und dann wieder Arbeiten gegangen ... Bin ich jetzt auch gefährdet? Vielen Dank

Antwort der Deutschen Herzstiftung: Vielen Dank für Ihren Kommentar. Für Fragen zu diesem Thema können Sie am einfachsten die » Sprechstunde der Herzstiftung nutzen, da unsere Herzexperten an dieser Stelle keine Nachfragen beantworten können. Alles Gute und herzliche Grüße! Ihre Deutsche Herzstiftung

Bernd S. aus Limburg (17.07.2012): Mein Sohn hat mit 19 Jahren eine Herzmuskelentzündung. Nach übergangener Erkältung und Leistungssport. 4-tägiger Krankenhausaufenthalt mit Herzkatheteruntersuchung. Empfehlung vom Arzt: 4 Wochen auf Sport zu verzichten! Nach ihrem Artikel reicht diese Trainingspause offensichtlich nicht aus. Vielen Dank dafür.

Andreas K. aus Hadamar (11.07.2012): Die Info ist sehr gut erklärt und gibt Betroffenen kurz und bündig dann doch ein sicheres Gefühl, wie man sich zu verhalten hat! Bin selber Betroffener und habe schon dreimal eine Entzündung gehabt und wurde schlecht beraten von meinem ersten Arzt. Ihm ging es wohl nur ums Geldmachen wie z. B. kleiner und großer Herzkatheter etc.!

Norbert R. aus Gundelfingen (30.05.2012): Ich habe 2010/11 mit einer Herzmuskelentzündung im Krankenhaus gelegen. Nach einer Woche wurde ich unter der Voraussetzung mich aufs äußerste zu schonen entlassen. Ich wollte dies jedoch nicht wahrhaben und machte im Haushalt kleinere Reparaturarbeiten. Nach kürzester Zeit befolgte ich den Rat der Ärzte. Nach einer Reha im April 2011 bin ich nun soweit, daß ich leichteren Sport ausführen kann. Je nach Wetter (schwül) ist die Belastungsgrenze sehr schnell erreicht was mir jedoch zeigt, daß ich immer noch nicht meinen gewohnten Stand erreicht habe. Habe zwischenzeitlich meine Hobbys umgestellt der Gesundheit zuliebe. Denn davon hat man(n/Frau) nur eine. Man lernt sich in Geduld zu üben.

Theresia K. aus Heppenheim (25.05.2012): Hallo, ich hatte 1966 eine Herzmuskelentzündung, lag einige Wochen im Krankenhaus. Es ist schon lange her. Habe seit dem immer wieder Herzrhythmusstörungen, aber ich bin zufrieden, daß ich dies gut überstanden habe. Man sieht heute noch die Narbe beim EKG, aber ich glaube soweit ist alles in Ordnung. Liebe Grüße Theresia K.

Otto L. aus Sinsheim (12.05.2012): Es fehlt mir eigentlich die Auskunft über die Leistungsgrenze beim Sport oder im tägl. Ablauf. Auch Therapeuten in Reha-Kliniken finden darauf oft keine Antwort. Z. B. wie viel Watt darf ich im akuten Zustand beim Ergometer-Training leisten? Welche Medikamente werden empfohlen, um die Myokarditis zu bekämpfen? Welche sonstigen körperlichen Probleme kann die Krankheit verursachen? Wie wird festgestellt ob/wann die Myokarditis ausgeheilt ist?

Susanne O. aus Schonungen (20.04.2012): Also erst nach 3 Monaten wieder langsam anfangen mit Sport z.B. Walking. Danke für die Info! Schöne Grüße Frau O.

Arnhild aus Frankfurt (08.03.2012): Da war ich wohl etwas hastig mit dem Beginn neuer Aktivitäten ... Aber ich habe mit dem Joggen wieder wie ein Anfänger begonnen und dann ganz langsam gesteigert. Der Herzinfarkt 2 Jahre später hat mich dann wieder ausgebremst ... Übermorgen werde ich 70 und ich versuche jetzt erneut, wieder fit zu werden.

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