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Herzrhythmusstörungen, Angina pectoris, Herzinfarkte

Spannende WM-Spiele können für Herzpatienten gefährlich sein!

Bislang 12 Kommentare zu diesem Beitrag (Stand: Mittwoch, 16.05.2012)

Fußballszene

Haben Sie sich bei einem spannenden Fußballspiel vor dem Fernseher schon einmal den Spaß erlaubt, Ihren Freunden oder auch sich selbst den Blutdruck zu messen? Falls ja, dann wissen Sie, welche hohen Blutdruck-Werte in aufregenden Spielszenen auftreten können.

Ähnliches gilt für den Puls, der bei einem dramatischen Elfmeterschießen so stark ansteigen kann, als würde man selbst auf dem Fußballplatz stehen. Bei bestimmten Vorerkrankungen des Herz-Kreislaufsystems kann es dann schnell zu Herzrhythmusstörungen oder anderen Herzproblemen kommen – in Extremfällen sogar zum Herzinfarkt oder plötzlichen Herztod.

Fußballspiele können nicht nur für die Sportler auf dem Rasen anstrengend sein, auch beim Zuschauen am Fernseher kann es zu enormen Stressreaktionen kommen. Wie hoch die Gefahr für Zuschauer ist, zeigte nicht zuletzt eine Studie, die anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2006 in Deutschland durchgeführt wurde. Bei Männern waren damals nach Beobachtungen von Wissenschaftlern der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität mehr als dreimal so viele Herznotfälle während spannender Spiele aufgetreten wie in vergleichbaren Kontrollzeiträumen ohne Fußballweltmeisterschaft.

Für welche Menschen ist das Zuschauen gefährlich?

Nicht alle Menschen sind bei einem spannenden Fußballspiel gleichermaßen gefährdet, wie die Deutsche Herzstiftung betont: „Ein Mensch mit einem gesunden Herz kann alleine durch die Aufregung beim Anschauen eines Fußballspiels normalerweise weder einen Herzinfarkt noch einen plötzlichen Herztod erleiden, auch wenn das Spiel noch so spannend ist”, unterstreicht Professor Dr. med. Thomas Meinertz, Vorsitzender der Deutschen Herzstiftung.

Gefährdet können dagegen Zuschauer mit einer koronaren Herzkrankheit (KHK) sein, von der in Deutschland etwa 1,5 Millionen Menschen betroffen sind und die mit krankhaften Einengungen der Herzkranzgefäße einhergeht. Denn in den vorgeschädigten Gefäßwänden kann es bei starken Blutdruck-Anstiegen und durch Ausschüttung von Stresshormonen zu kleinen Einrissen kommen, an denen sich nachfolgend Blutgerinnsel bilden, die zur Verstopfung der Herzkranzgefäße führen. Der Herzmuskel wird dann nicht mehr ausreichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt und kann in Teilen absterben (= Herzinfarkt). Ebenso sind Herzrhythmusstörungen möglich, die bei einer mangelnden Blutversorgung des Herzmuskels auftreten können und im Extremfall zu tödlichem Kammerflimmern (Plötzlicher Herztod) führen.

Professor Dr. med. Thomas Meinertz

Autor: Professor Dr. med. Thomas Meinertz ist Vor­sitzender der Deutschen Herzstiftung und Direktor der Abteilung für Kardiologie an der Medizinischen Klinik des Universitäts­klinikums Hamburg-Eppendorf. Zu den Schwerpunkten des Herzspezialisten zählen Herz­rhyth­mus­stö­rungen, die koronare Herzkrankheit und Herzklappen-Erkrankungen. ➞ Weitere Expertenbeiträge von Prof. Thomas Meinertz

(Redaktion: ebe)

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Bislang 12 Kommentare zu diesem Beitrag

Gerd aus Münster (27.10.2010): Habe Herzrhythmusstörungen beim Ersteigern in eBay erlebt. Nie wieder.

Hildegard Kosanke aus Lüneburg (05.07.2010): Generell beschäftige ich mich bei aufregenden TV-Sendungen u. a. mit meiner Fachliteratur, regele meine Ablage und erledige kleinere Arbeiten. Alle Arbeiten lassen sich beim Fernsehen hervorragend auf einem Knietablett erledigen. Vielleicht ist mein Tipp eine Anregung für andere Menschen. Herz-liche Grüße aus dem heißen Lüneburg schickt Ihnen Hildegard Kosanke.

F. Schmitz aus Grevenbroich (02.07.2010): Ich verfolge immer ihre Tipps und Anregungen. Wenn ich sie nicht direkt für mich verwenden kann, dann wenigstens für andere, die ich kenne und davon betroffen sind und diesen Newsletter nicht bekommen.

Helmer S. aus Hetlingen (29.06.2010): Da ich seit Jahren an Herzrhythmusstörungen leide, 2006 eine Bypass-OP und 2008 ein Herzschrittmacher eingesetzt wurde, schaue ich mir keine aufregenden Sportveranstaltungen mehr an. Nach Beendigung der Spiele, wenn das Resultat bekannt ist, versuche ich, wenn das Spiel wiederholt wird, es mir anzusehen.

Hans-Dietrich Griesenbruch aus Obertshausen (28.06.2010): Ich bin davon überzeugt, dass viele Herzpatienten diese Möglichkeit nicht in Erwägung ziehen.

Angelika (24.06.2010): Jeder denkt ja an ein entspanntes Fernsehen, nur nicht an so etwas. Schon der Gedanke daran kann aufregen.

Gerlinde Z. aus Berlin (23.06.2010): Ich finde Ihren Hinweis sehr sinnvoll und zum richtigen Zeitpunkt ins Netz gestellt. Ich hatte schon einmal (aber nicht wg. Fußball) Vorhofflimmern und werde mich hüten, spannende Fußballspiele anzusehen.

Kurt B. aus Darmstadt (23.06.2010): Ich bin 85 Jahre und habe seit vielen Jahren eine gut eingestellte KHK. Es ist mir bewusst, dass mich Liveübertragungen von Fußball-Spielen, wie auch harte Kriminalfilme sehr aufregen und vermeide daher diese Sendungen. Lieber warte ich die Ergebnisse in den Nachrichten ab und schone somit mein Herz.

Pohle aus Krefeld (22.06.2010): Als KHK-Patient habe ich die geschilderten Probleme selbst erkannt und begnüge mich damit - obgleich früher selbst Fußballspieler - nur von Zeit zu Zeit das Resultat und einige Spielszenen zu sehen! Eishockeyspiele darf ich gar nicht mehr besuchen. Danke für den Hinweis.

Karl-Heinz M. aus Düsseldorf (22.06.2010): Meine 4 Bypässe sind mir 1982 gelegt worden. In diesem Jahr ist Kammerflattern aufgetreten. Bei Herzklopfen sehe ich mir nur die 1. Halbzeit an und gehe zwischendurch mal raus.

Karin R. aus Berlin (22.06.2010): Ich hatte bei der Kanzlerwahl vor Aufregung schon mal Vorhofflimmern und musste stationär werden. Das Herz kann erstaunlich schnell aus dem Takt kommen.

Angela R. aus Schöneberg (22.06.2010): Habe eine Kardiomyopathie. Daher hat mich das interessiert.

 
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