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Gerinnungshemmer: „ASS zusätzlich zu Marcumar bzw. Falithrom einnehmen?”

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Gemüseverzicht kann bedenklich sein

EHEC: Das sollten Herzpatienten mit Gerinnungshemmern wissen

Bislang 32 Kommentare zu diesem Beitrag (Stand: Mittwoch, 16.05.2012)

EHEC Gerinnungshemmer

Wer z. B. wegen Vorhofflimmern oder einer künstlichen Herzklappe auf Gerinnungshemmer angewiesen ist und aufgrund der EHEC-Diskussion abrupt auf Gemüse verzichtet, erhöht damit bei bestimmten Gerinnungshemmern das Risiko für ungewollte Blutungen. Warum das so ist und worauf Betroffene unbedingt achten sollten, hier im Überblick.

Viele Herzpatienten müssen aufgrund einer Herzerkrankung wie z. B. Vorhofflimmern oder als Träger von künstlichen Herzklappen mit einem gerinnungshemmenden Medikament zur Verminderung eines Embolie- und Schlaganfallrisikos behandelt werden. Dafür wird Phenprocoumon (Marcumar, Falithrom, Coumadin) eingesetzt.

Vitamin K: Wichtig für die Blutgerinnung

Stellen diese Patienten im Zusammenhang mit der EHEC-Epidemie ihre Ernährung abrupt auf Gemüseverzicht um, weil Gesundheitsbehörden empfehlen, Rohgemüse zu vermeiden, kann dies die Gerinnungshemmung verstärken und zu ungewollten Blutungen führen. Dies gilt für Patienten, die Phenprocoumon (Marcumar, Falithrom oder Coumadin) einnehmen, da dieses Medikament als sogenannter „Gegenspieler” von Vitamin K in die Blutgerinnung eingreift und die Bildung von Gerinnungsfaktoren hemmt. Vitamin K ist wichtig für die Bildung von Blutgerinnungsfaktoren und ist enthalten in Gemüse wie Blattsalate, Spinat, Brokkoli und verschiedenen Kohlsorten. Für eine richtige Behandlung mit Gerinnungshemmern ist ein stabiles Gleichgewicht zwischen der Dosierung des Medikaments und der aufgenommenen Vitamin-K-Menge z. B. durch Gemüse wichtig.

INR-Wert häufiger kontrollieren

„Patienten, die Phenprocoumon (Marcumar, Falithrom oder Coumadin) einnehmen, sollten abrupte Veränderungen ihrer Ernährungsgewohnheiten mit dem behandelnden Arzt abstimmen. Wer wegen EHEC plötzlich auf Gemüsesorten wie Salat, Tomaten und Gurken verzichtet, kann auf andere unbedenkliche Sorten mit vergleichbarer Menge an Vitamin K ausweichen, um Schwankungen der Blutgerinnung zu vermeiden, oder Gemüse einfach kochen, braten oder garen”, betont Prof. Dr. med. Thomas Meinertz, Vorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Der Kardiologe rät außerdem Marcumar-Patienten, bei einer Ernährungsumstellung noch häufiger ihren INR-Wert zur Kontrolle der Gerinnungshemmung zu messen, damit gegebenenfalls auf Veränderungen mit einer Dosierungsanpassung reagiert werden kann. Für Acetylsalicylsäure (ASS) gilt diese Vorsicht nicht.

TippEine Liste der Deutschen Herzstiftung mit genauen Angaben zur Vitamin-K-Menge in Gemüse und anderen Lebensmitteln können Sie sich hier herunterladen: » Vitamin K in Gemüse

(Redaktion: wi)

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Bislang 32 Kommentare zu diesem Beitrag

Klaus Dieter B. aus Haiger (06.04.2012): Hallo, ich nehme Coumadin 5 mg, in der Woche 11 1/2 Tabletten. Habe dann einen INR Wert von 2 bis 2,2. Bei der Einstellung auf Coumadin hatte ich noch Ass100 eine Tablette dabei. Da brauchte ich nur 7 1/2 Tabletten von Coumadin. Nun meine Frage: Darf man Ass100 bei Coumadin einnehmen? Ich habe einen Lehrgang zur Selbstmessung gemacht. In dem Begleitbuch steht, dass man kein Ass100 bei Coumadin einnehmen soll. Nur wenn man es kann, dann würde ich 4 Tabletten von Coumadin sparen.

Antwort der Deutschen Herzstiftung: Vielen Dank für Ihren Kommentar. Für Fragen zu diesem Thema können Sie am einfachsten die » Sprechstunde der Herzstiftung nutzen, da Nachfragen an dieser Stelle aus technischen Gründen nicht beantwortet werden können. Alles Gute und herzliche Grüße! Ihr Mitarbeiter-Team der Deutschen Herzstiftung

Klaus Küpper aus Köln (11.01.2012): Danke für die Info. Habe lange nach so etwas gesucht.

Torsten Meier aus Padenstedt/Holstein (05.08.2011): Vielen Dank für diese Info! Gruß! Torsten Meier

Alexander K. aus Klagenfurt (15.07.2011): St. Jude 27 seit 1987 - Marcumar - monatliche Kontrollen, bestens eingestellt - keine Probleme mit dem Gemüse!

Andreas aus Sachsen (11.07.2011): Ich hatte im Zuge eines einwöchigen Heilfastens auf jegliche feste Nahrung verzichtet und nur 1x tägl. gewissermaßen das Kochwasser von Tomaten, Möhren oder Kartoffeln "gegessen" Mein INR ist bei gleichbleibender Marcumar-Dosierung bis auf 6,3 "abgepfiffen" und es dauerte zwei Wochen, bis ich alles wieder im Sollbereich hatte...

Gertrud aus Österreich (07.07.2011): Habe vor meiner Herzklappen-Op viel Salat gegessen, ich nehme Sintrom und gehe regelmäßig zum Hausarzt, er erhöht je nach Höhe die Dosis. Auch so, dass ich Gemüse und Salat essen kann.

Erich S. aus Apenburg-Winterfeld (29.06.2011): Als Patient mit künstlicher Aortenklappe Carbomedic seit 1996, habe ich noch keinerlei Probleme mit der Antikoagulation gehabt. Ich dosiere Falithrom immer sehr präzise und komme gut damit zurecht. Auch esse ich alle zur Verfügung stehenden Gemüsesorten ohne Probleme.

Walter M. aus München (29.06.2011): Da mein INR Wert seit über 6 Monaten gleich ist, möchte ich dies gerne beibehalten und bin für die Information sehr dankbar.

Wolfgang P. aus Usedom (28.06.2011): Dieser Bericht war für mich sehr hilfreich!

Reinhard Joneitis aus Windischeschenbach (26.06.2011): Diese Infos sind immer hilfreich und lese sie immer wieder gern. Sie helfen mir und sind sehr wichtig für mich.

Maria K. aus Heinsberg (24.06.2011): M. E. ist eine Besprechung mit dem Arzt nicht notwendig, wenn man wegen der EHEC-Gefahr vorübergehend seine Ernährung verändert. Das tut man schließlich auch im Urlaub. Was kann der Arzt mehr tun als man selbst und wozu sind wir Selbstbestimmter?

Brigitte F. aus Berlin (21.06.2011): Danke für den Hinweis. Als Falithrom-Patient (messe meinen INR wöchentlich einmal selber) wunderte ich mich schon, wieso der INR so schwankt. Die Hinweise finde ich sehr gut, z. B. Tiefkühlgemüse oder Trockenobst zu essen. MfG

Horst K. aus Nürnberg (21.06.2011): Mein Arzt prüft meinen INR nur alle 3 - 4 Wochen. Ist das zu wenig? Vielen dank für die Info.

Antwort der Deutschen Herzstiftung: Vielen Dank für Ihren Kommentar. Für Fragen zu diesem Thema können Sie am einfachsten die » Sprechstunde der Herzstiftung nutzen, da Nachfragen an dieser Stelle aus technischen Gründen nicht beantwortet werden können. Alles Gute und herzliche Grüße! Ihr Mitarbeiter-Team der Deutschen Herzstiftung

Günter W. aus Überlingen (19.06.2011): Danke für den Hinweis. Als Marcumar-Patient und Selbstmesser werde ich jetzt ein besonderes Augenmerk auf meinen INR werfen.

Gerd L. aus Althegnenberg (18.06.2011): Nach einer zweiwöchigen Frankreichtour war mein INR-Wert plötzlich bei 4,5, obwohl er vorher seit Monaten gut eingestellt war! Des Rätsels Lösung: In den verzehrten Menüs befand sich nur wenig Gemüse!

Susi B. aus Köln (18.06.2011): Ich hatte vor 2 Jahren einen Herzinfarkt und war in Bad Berleburg. Ich nehme ASS AL 100 TAH ein. Mein Blutdruck ist 120 / 80; aber ca. alle paar Monate habe ich die gleichen Rippenschmerzen wie beim Herzinfarkt. Ich habe Angstzustände. Darüber habe ich gelesen, daß man sich mit den Fingerspitzen auf die Thymusdrüse klopfen soll. Das klappt. Innerhalb von einer halben Stunde sind die Schmerzen verschwunden. Liebe Grüße Susi

Kriemhild H. aus Eisingen (17.06.2011): Für mich stellt sich im Moment dieses Problem - Gott sei Dank! - nicht, ich finde aber Ihre Mitteilung für Betroffene äußerst wichtig und sehe es als Aufklärung. ("By the way", was ist "optional", denke aber ohnehin, wenn es meine Adresse betrifft, so habe ich sie vollständig angegeben. Nichts für ungut und beste Grüße

Antwort der Deutschen Herzstiftung: Vielen Dank für Ihren Kommentar. Mit optional ist gemeint, dass Sie uns einen Kommentar auch ohne Ihren Namen und Ihren Wohnort zukommen lassen können. Wenn der Kommentar allerdings veröffentlicht werden soll, brauchen wir dafür auch Ihren Namen, u. a. für eventuelle Rückfragen. Alles Gute und nochmals vielen Dank für Ihren Kommentar! Ihr Mitarbeiter-Team der Deutschen Herzstiftung

Friedrich O. aus Stuttgart (17.06.2011): Ihre Feststellungen bestätigen, wie wichtig eine mindestens wöchentliche INR-Bestimmung ist. Vielen Dank!

Elisabeth C. aus Weingarten (17.06.2011): Wichtiger Beitrag für Marcumar-Patienten! Hier ist wichtig die INR-Selbstbestimmung. Bin Marcumar-Patient auf Lebenszeit und kontrolliere meinen INR 2x wöchentlich.

Marlis David aus Braunschweig (17.06.2011): Ich bin begeistert, wieviel Sie mir immer schreiben.

Norbert L. aus Wunstorf (17.06.2011): Durch dir Warnungen des RKI bin ich (Marcumarpatient) auf TK-Gemüse, wie Paprikastreifen, Broccoli und grüne Bohnen umgestiegen. Desgleichen auf Trockenobst - wie Aprikosen, Trockenpflaumen etc. Bei der letzten Messung war mein INR-Wert: 2,7. Ich nehme an, daß durch diese Alternative das Vitamin K ausreicht. MfG

Hans-Hemann Z. aus St. Leon-Rot (17.06.2011): Da ich als Marcumar-Patient diese Problematik kenne, und ich die Gerinnung selber messe, finde ich diese Hinweise sehr gut.

Peter O. aus Wäschenbeuren (17.06.2011): Wichtiger Beitrag für Marcumar-Patienten. Eine weit aus größere Gefahr droht jedoch von chinihaltigen Erfrischungsgetränken! Diese treiben unbemerkt den INR-Wert in die Höhe. Bereits nach einigen Gläsern auf den Tag verteilt, hatte ich am anderen Morgen 3,4 INR. Meine nächste reguläre Selbstmessung wäre erst in 4 Tagen gewesen. Was hätte bis dahin passieren können! Ich denke dabei auch an Patienten, die nur alle 3 Wochen beim Hausarzt den INR prüfen lassen. Und niemand macht einen darauf aufmerksam! Also aufgepasst, keine chininhaltigen Limonaden (Markennamen sind bekannt).

Udo Schaumann aus Shenzhen China (17.06.2011): Wie kann ich den INR Wert selbst messen?

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Gerd K. aus Großhabersdorf (17.06.2011): Eigentlich war mir die Thematik vom Verspeisen von Gemüse und Salat bei gleichzeitiger Einnahme von Gerinnungshemmern schon bekannt. Ihre Info war aber trotzdem sehr hilfreich. Vielen Dank!

Kuhlmann (16.06.2011): Da ich jeden Sonntag Morgen meinen INR selbst bestimme, fällt mir sofort auf, wenn sich der Wert des INR ändert. Das ist für mich eine Erleichterung, wenn ich zum Messen nicht immer in die Arztpraxis muss.

Dr. M. Di. aus Nuthetal (16.06.2011): Diese Informationen waren sehr hilfreich, weil ich es gar nicht so konkret wusste; allerdings hatte/habe ich meine Essgewohnheiten auch nicht verändert. Aber für andere Interessierte war es bestimmt noch hilfreicher.

Gerhard S. aus Kreuztal-Littfeld (16.06.2011): Da ich seit 1994 meinen INR-Wert wöchentlich selbst bestimme und danach die Dosierung mit Marcumar festlege, halte ich eine häufige Kontrolle (1x wöchentlich!) nicht nur in Bezug auf EHEC für dringend notwendig. Veränderungen des INR-Wertes ergeben sich auch durch psychische und physische Faktoren. Viele Grüße Gerhard S.

R. aus Wittislingen (16.06.2011): Ja, meine Tochter muss Marcumar einnehmen und isst sehr gerne Gemüse. Hat nun schon Sorge, dass sie keines mehr essen darf. Also das sollten auch alle Menschen, die keinen Gerinnungshemmer einnehmen müssen, wissen. Wissen schadet nie. Vielen Dank

Bernd B. aus Bad Neuenahr / Ahrweiler (16.06.2011): Ich finde es sehr gut, dass Sie die Herz-Patienten immer wieder über das für und wider aufklären, was auch meine Person betrifft. Vielen Dank dafür

Birgit K. aus Hannover (16.06.2011): Also ich sage "Jain", denn jeder Patient der Gerinnungshemmer nehmen muß, sollte über die Besonderheiten von Lebensmitteln, die Vitamin K enthalten, eingehend informiert sein. Ob Selbstmessung oder Blutabnahme beim Arzt, sehr wichtig zu wissen ist, was die Gerinnung beeinflussen kann. Durch Krankheit kann es auch zu höheren/tieferen INR Werten kommen. Ich bin Selbstmesser und hatte durch Krankheit einmal 4,7 INR und bekam einen Schreck, da kein Arzt in der Nähe war, der Rat geben konnte, sind nach dem Genuss von einigem Rosenkohl die Werte innerhalb von zwei Tagen wieder im grünen Bereich (2,7) gewesen. Also mein Tipp als Patient mit der Prognose lebenslanger "Marcumar-Kunde" zu sein ist, lieber einmal mehr messen und für solche Fälle immer etwas Rosenkohl oder ähnliches in der Kühltruhe haben. Viel Gesundheit und Grüße Birgit K.

R. Leins aus Wesseling (16.06.2011): Für diese Artikel fehlt eine Druckversion, dann könnte man das besser ablegen und sammeln!

 
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