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Aus der Sprechstunde der Deutschen Herzstiftung
„Ist Diclofenac zur Behandlung von Gelenkschmerzen bei meiner Herzerkrankung bedenklich?”
Bislang 33 Kommentare zu diesem Beitrag (Stand: Dienstag, 15.05.2012)
Vor einiger Zeit hatte in der medizinischen Sprechstunde der Deutschen Herzstiftung eine Patientin gefragt, ob wegen ihrer Herzerkrankung die Einnahme von Diclofenac bedenklich ist und ob es eventuell eine Alternative zu diesem Schmerzmittel gibt.
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Die Frage: „Seit etwa zehn Jahren nehme ich Diclofenac, um die mit dem Älterwerden immer stärkeren Schmerzen in den Gelenken zu unterdrücken. Seit meiner Bypass-Operation hat meine Ärztin Bedenken, weiterhin Diclofenac zu verschreiben. Sie ist auf andere Mittel ausgewichen, z. B. mit den Wirkstoffen Meloxicam oder Celecoxib. Diese beiden Medikamente hatten aber keine ausreichende Wirkung, so dass ich jetzt wieder Diclofenac nehme, allerdings nur 50 mg, früher 100 mg. Der Unterschied ist deutlich zu spüren. Ich kann Diclofenac nur einen Tag weglassen, länger halte ich es nicht aus. Bitte teilen Sie mir mit, ob es vielleicht ein anderes, für mich besser geeignetes Mittel gibt bzw. ob ernsthafte Bedenken in meinem Fall berechtigt sind.” Erika L., Mönchengladbach
Die Experten-Antwort:
Aufgrund Ihrer Herzkrankheit sind die Bedenken Ihrer Ärztin berechtigt. Denn die tägliche Einnahme von Diclofenac, das zu den so genannten nicht-steroidalen Antirheumatika gehört, kann gerade bei Herzpatienten das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle erhöhen und darüber hinaus zu einer Verschlechterung des Bluthochdrucks führen.
Leider ist es in Ihrem Fall schwierig, eine Alternative zu finden, weil auch andere Schmerzmittel dieser Gruppe dieselben Nebenwirkungen haben können. In einigen Studien hat sich gezeigt, dass Naproxen entweder kein Risiko besitzt oder sogar das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall verringert, während Ibuprofen das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall nicht bedeutsam erhöht. Bei Celecoxib hat sich vor allem bei hohen Dosierungen (über 200 mg/Tag) auch ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall ergeben.
Fazit: Als Alternative zu Diclofenac empfehlen wir Ihnen deshalb, es mit Naproxen zu versuchen.
Dr. med. Felix Friedrich ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. Zu den wissenschaftlichen Schwerpunkten des experimentellen Pharmakologen zählt u. a. die Erforschung der genetischen Ursachen für Herzmuskelerkrankungen.
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Bislang 33 Kommentare zu diesem Beitrag
Ludwig aus Wiesbaden (25.04.2012): Diclofenac führte bei meiner Mutter (Aortenklappenstenose) bereits nach 2 tägiger Anwendung zu Wasseransammlung in der Lunge.
Jana K. aus Bremen (15.04.2012): Ich bekomme ASS 100 mg und Betablocker 47,5 mg. Bin nun in einem BBW. Dort ist auch ein Ärzteteam. Als ich einmal Rückenschmerzen hatte, habe ich auch Diclofenac bekommen. Von meinem Herzfehler wussten die ...
Naja, als ich dann mitbekommen habe, dass es nicht so gut sein soll, habe ich weiter meine Ibuprofen genommen. Die nehme ich schon sehr lange und habe keine Beschwerden? Ist also Ibuprofen besser als Diclofenac?
Antwort der Deutschen Herzstiftung: Vielen Dank für Ihren Kommentar. Für Fragen zu diesem Thema können Sie am einfachsten die » Sprechstunde der Herzstiftung nutzen, da Nachfragen an dieser Stelle aus technischen Gründen nicht beantwortet werden können. Alles Gute und herzliche Grüße! Ihr Mitarbeiter-Team der Deutschen Herzstiftung
W. aus Rottenburg (16.03.2012): Sehr hilfreich, denn ich habe einen erhöhten Blutdruck, der bei 100/150 mmHg liegt (trotz Einnahme von Valtasan plus 160mg/12,5mg). Ich habe stark Arthrose, habe ein künstlches Kniegelenk und Arthrose im Fuß. Lediglich symptomatisch wird hier immer rumgedocktert und es wird mir immer Diclofenac retard verschrieben, obwohl die Hypertonie bekannt ist. Suche verzweifelt natürliche Blutdrucksenker (außer Knoblauch!!) Können sie mir weiterhelfen?
Antwort der Deutschen Herzstiftung: Vielen Dank für Ihren Kommentar. Für Fragen zu diesem Thema können Sie am einfachsten die » Sprechstunde der Herzstiftung nutzen, da Nachfragen an dieser Stelle aus technischen Gründen nicht beantwortet werden können. Alles Gute und herzliche Grüße! Ihr Mitarbeiter-Team der Deutschen Herzstiftung
Antje G. aus Kempfeld (23.02.2012): Ich leide des öfteren unter starken Migräneattacken. Voltaren Migräne war bisher das einzige Schmerzmittel, das mir half. Ibuprofen, Thomapyrin, Paracetamol, Aspirin usw. zeigen überhaupt keine Wirkung. Jetzt las ich, dass Diclofenac das Herz schädigt. Daher frage ich mich, ob es eine Alternative gibt und wenn welche? Schon mal vielen Dank!
Antwort der Deutschen Herzstiftung: Vielen Dank für Ihren Kommentar. Für Fragen zu diesem Thema können Sie am einfachsten die » Sprechstunde der Herzstiftung nutzen, da Nachfragen an dieser Stelle aus technischen Gründen nicht beantwortet werden können. Alles Gute und herzliche Grüße! Ihr Mitarbeiter-Team der Deutschen Herzstiftung
Harry aus Leipzig (05.02.2012): Ich habe seit kurzem auch bedenken bei Diclofenac.
Georg B. aus Dortmund (04.02.2012): Ich habe eine Aortenklappe und Rhythmusstörungen. Gegen meine Ischiasattacken hilft mir immer Diclofenac. Ich nehme es aber nur jeweils ein paar Tage, bis sich der Nerv beruhigt hat.
Lore aus Stuttgart (16.12.2011): Auf Anraten meines Orthopäden nahm ich 20 Jahre Diclofenac. Mit dem Ergebnis das ich jetzt eine koronare Herzerkrankung habe. Als ich ihn darauf ansprach, meinte er viele seiner Patienten nehmen es schon 20 Jahre und nur wenige hätten Herzprobleme!
W. T. aus Duisburg (26.09.2011): Im vergangenen Jahr wurde bei mir Stent am Hauptstamm links gesetzt. Januar diesen Jahres verordnete mir mein Arzt in der Reha Novalgin als Schmerzmittel mit der gleichen Begründung das Diclofenac dem Herz schade. Ich bin 64 Jahre und bekomme dieses Medikament auch schon ca. 25 Jahre. Nehme es aber nicht täglich. Im Bericht wies der Reha-Arzt darauf hin und ich sagte es auch meiner Ärztin. Sie verschrieb aber trotzdem wieder Diclofenac 100 retard. Ich nehme dies nur einmal täglich wenn die Schmerzen zu stark sind. Beim nächsten Besuch werde ich das aber nochmals ansprechen.
Opi-Werner aus Delmenhorst (05.05.2011): Auch ich kann ohne mein Diclo nicht lange auskommen! Ich nehme 1x Täglich eine Diclo-Divido Long 100 mg und es geht mir gut. Es hat nach etwa 15 Jahren keine Nebenwirkungen gezeigt. Von einer höheren Dosis hat mir mein Arzt aber abgeraten!
F. (21.03.2011): 2008 hatte ich einen Herzinfarkt. Es wurden 2 unbeschichtete und später 1 beschichteter Stent eingeführt, Außerdem habe ich schon lange Bluthochdruck. Nach Mamma-Ca-OP und und L4/L5 Dekompression bekam ich Ibuprofen. Jetzt wird mir plötzlich Diclofenac und Metamizol verordnet. Ich halte das nicht für richtig und bin dadurch verunsichert, was ich als Schmerzmittel bei der zusätzlichen Polyarthrose und Spondylarthrose nehmen soll. Ich werde meinen Hausarzt zumindest um Verordnung von Ibuprofen und versuchsweise auch um Naproxen bitten. So war Ihr Artikel für mich sehr hilfreich.
F. aus Düsseldorf (03.02.2011): Die Einnahme von Diclofenac erfolgt bei mir nur sporadisch - also nur, wenn die Gelenkbeschwerden mehr als lästig werden. Ich hoffe, daß dadurch eventuelle Nebenwirkungen weniger bedenklich sind? Leider ist mir bis heute noch nicht gelungen exakt die Nahrungsmittel einzugrenzen, die eine auslösende Wirkung auf die Schmerzintensität besitzen.
Elisabeth E. aus Hamm (19.12.2010): Auch ich nehme seit Jahren Diclofenac, hatte jetzt verengte Herzkranzgefäße. Ich habe nicht gewusst dass dieses Medikament diese Auswirkungen hat.
Ursula Reker (01.04.2010): Die Frage ist sehr ausführlich und verständlich erklärt worden.
G. Strugalla (14.03.2010): Zusätzliche medizinische Informationen werden angesichts der prekären Lage, in der sich die ambulante ärztliche Betreuung und Versorgung befindet, immer wichtiger. Zunehmende Bedeutung für die Patienten erfährt insbesondere die wissenschaftliche Forschung auf dem Gebiet der medikamentösen Interaktionen. Die Deutsche Herzstiftung verbindet wissenschaftliches Engagement und praktisches Handeln (z. B. Sprechstunde, Herz-Tage etc.) in vorzüglicher und segensreicher Weise für die betroffenen Kranken. Die Deutsche Herzstiftung vertritt somit die Philosophie und Ethik der Humanität mit dem Ziel "Salus aegroti suprema lex". Sie ist damit beispielgebend für viele Institutionen und verdient uneingeschränkte Unterstützung.
Karl-Heinz C. (13.03.2010): Ich nehme Diclofenac sehr selten, das letzte mal am 19.12.2008. Damals wegen Schmerzen auf der rechten Seite. Dazu kam nach Raten meines Hausarztes Novalgin. Die Kombination hat mir (in Verbindung mit meinen üblichen Medikamenten, z. B. Betablocker) eine Synkope beschert (Blutdruck 60/30) mit Rippenbruch, Aufschlitzen der Lunge und 1 1/2 l Blutverlust. Daher größte Vorsicht für uns Herzpatienten mit Diclofenac und/oder Ibuprofen.
Renate H. (13.03.2010): Ich bin Herzpatient und nehme Diclofenac - seit längerer Zeit - ohne dass mein Orthopäde mich hinterfragt hat. Glücklicherweise nehme ich es nicht täglich, sondern nur nach Bedarf!
W. S. (12.03.2010): Ich bin Marcumarpatient / Mitralklappenstenose und nehme gelegentlich wegen Wirbelsäulenprobleme / Schmerzen, auch Diclofenac-Zäpfchen. Die Alternative mit Naproxen werde ich mit meinem Arzt / Internisten besprechen, danke für die Information. MfG W. S.
Erich Kämpf (11.03.2010): Für die eigene Zukunft sind solche Ratschläge sicherlich von Bedeutung.
Sabine Drößler-Renner (11.03.2010): Durch Ihre Antwort, die hilfreich war, ergibt sich bei mir noch eine weitere Frage: Falls man die Schmerzen mit einem Schmerzmittel unterdrücken kann, hat man möglicherweise dennoch "entzündliche" Prozesse, die man mit Diclofenac auch beeinflussen konnte, da es schmerzstillend, entzündungshemmend und abschwellend wirkt. Welche Alternativen gibt es für diese Bereiche? Und wenn die Frage nicht zu beantworten ist: Was tut der Patient dann? Verzweifeln?
Herzlichen Dank vorab für Ihre Antwort!
Hinweis der Deutschen Herzstiftung: Vielen Dank für Ihren Kommentar. Für Rückfragen zu dem Thema würden wir Sie bitten, die » Sprechstunde der Herzstiftung zu nutzen, da Nachfragen an dieser Stelle aus technischen Gründen leider nicht beantwortet werden können.
Gerd KARL (11.03.2010): Für Diabetiker mit Herzinsuffizienz (und Blutverdünner; z. B. Marcumar) eine sehr interessante Frage mit Antwort.
Resi E. (11.03.2010): Ihre Empfehlung hat mir sehr geholfen, da ich das gleiche Problem habe. Ich werde meine Ärztin darauf ansprechen. Danke Resi Effertz
H. Klingemann (11.03.2010): Ich werde bei erneutem Bedarf Naproxen testen, da ich mit Ibuprofen schlechte Erfahrungen habe.
Chantal V. (10.03.2010): Ich habe 2 Herzklappen von St. Jude. Ich habe Diclofenac von meinem Orthopäden gekriegt wegen Schmerzen. Es hat mich sehr schwach gemacht und ich habe den Orthopäden gewechselt. Also Diclofenac ist zu stark für mich und auch eine schlechte Erfahrung für mich.
Eva Eigenbrod (10.03.2010): Bei den vielen NSAR, die ja sehr häufig zum Einsatz kommen, und auch oft freiverkäuflich sind, gibt es eine gr. Verunsicherung. Die Antwort war sehr hilfreich.
Heidrun M. (10.03.2010): Ich habe 1 Jahr lang wegen einer Kniearthrose Diclofenac 75 mg eingenommen und erfuhr dann von den bösen Nebenwirkungen, an denen meine Mutter gestorben ist (Magendurchbruch). Mein Orthopäde empfahl mir Spritzen mit Hyaluronsäure, die haben wunderbar geholfen. Eben erst erfuhr ich durch diese Seite, daß Diclofenac auch für Bluthochdruck nicht gut ist. Ich bin betroffen und bin froh, daß ich es jetzt weiß. Vielen Dank Heidrun Matzkat
Hans-Hermann S. (10.03.2010): Nehme häufig Diclofenac 100. Mit Schrecken lese ich diese Information. In welcher Dosierung darf ich Naproxen nehmen?
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R. Rittmeyer (10.03.2010): Gegen eine gelegentlichen Einnahme (max.1 Tablette) wöchentlich spricht demnach nichts? Da auch mir am besten diese Tablette hilft sei die Nachfrage erlaubt.
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Evelin Geist (10.03.2010): Ich würde Massagen und KG sowie leichte Spaziergänge bevorzugen, Ablenkung lindert auch den Schmerz.
Petra R. (10.03.2010): Ich habe auch ein knappes Jahr Diclofenac nehmen müssen, es hat sich sogar auf die Gerinnung ausgewirkt,(nehme Falithrom). Es musste zwischendurch abgesetzt werden. Das sich aber diese Medikament auch ungünstig auf das Herz auswirkt, lese ich das erste Mal, hier in den Newslettern. Darüber bin ich nun froh. Leider wissen die Orthopäden darüber zu wenig, obwohl ihnen die persönlichen Krankheiten bekannt sind.
Opi Werner (10.03.2010): Die Frage könnte auch von mir gewesen seien!!! Ich werde noch einmal mit meinem Arzt darüber reden. Danke!
Wolfram T. (10.03.2010): Bei gelegentlichen Rückenschmerzen/Hexenschuss musste ich schon mal ein paar Tage lang Voltaren nehmen oder Ibuprofen und werde nun auf Naproxen auszuweichen versuchen. Danke.
Gernot R. S. (10.03.2010): Und wie sieht`s bei der Verwendung von z. B. Voltaren Emulgel aus, das ja auch diesen Wirkstoff Diclofenac enthält. Ich nehme das Gel öfters im Brustbereich wg. Muskel-/Skelettschmerzen nach einer Brustkorböffnung (Herzklappenersatz).
Mit freundlichen Grüßen
Gernot Schropp
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Bruno Stehn aus Gettorf (10.03.2010): Gerade habe ich im Fernsehen (Visite NDR) gesehen, daß man Gelenkschmerzen (ich denke hier vor allem an Arthrose) am besten mit mäßiger Bewegung begegnet. Die so genannten Schmiermittel für die Gelenke werden dadurch aktiviert. Bewegung tut auch für ältere Menschen immer gut und hat keine Nebenwirkungen.



