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Aus der Sprechstunde der Deutschen Herzstiftung

„Ich habe beim Treppensteigen Schmerzen im Brustbereich – was soll ich tun?”

Bislang 8 Kommentare zu diesem Beitrag (Stand: Mittwoch, 16.05.2012)

Schmerzen beim Treppensteigen oder Kurzatmigkeit

Worauf kommt es an, wenn unter körperlicher Belastung, wie etwa beim Treppensteigen, Beschwerden im Brustraum auftreten? Zu diesem Thema haben wir vor einiger Zeit von einer Betroffenen eine interessante Anfrage in unserer Sprechstunde erhalten:

„Ich bin 62 Jahre alt und habe seit etwa drei Wochen, immer wenn ich Treppen hochsteige und dabei eine Tasche trage, Schmerzen am Herzen. Wenn ich mich ausruhe, gehen die Schmerzen wieder weg. Ich war bei meinem Hausarzt, der einen Blutdruck von 150 zu 90 mmHg festgestellt hat und mir das Blutdruckmedikament Metoprolol verordnete. Trotz regelmäßiger Einnahme treten die Schmerzen beim Treppensteigen aber weiterhin auf. Ich traue mich schon gar nicht mehr, Treppen hochzusteigen. Was soll ich tun?″
Marie B., Köln

Die Experten-Antwort:

Mit 150 zu 90 mmHg war der Blutdruck zu hoch. Der Blutdruck muss mindestens auf 135 zu 85 mmHg gesenkt werden, weshalb es auf alle Fälle richtig war, dass Ihr Hausarzt Ihnen ein Blutdruckmedikament verordnet hat.

Wegen der Herzschmerzen beim Treppensteigen sollte unbedingt noch ein Ruhe-EKG und ein Belastungs-EKG erfolgen. Eventuell ist auch eine Echokardiographie (Ultraschalluntersuchung des Herzens) sinnvoll. Denn Schmerzen im Brustbereich (= Angina pectoris), die unter körperlicher Belastung auftreten, sind häufig ein Hinweis auf eine koronare Herzerkrankung, bei der es durch Verengungen der Herzkranzgefäße zu einer verminderten Blutversorgung des Herzmuskels kommen kann. Diese verminderte Durchblutung führt zunächst nur bei Belastungen wie Treppensteigen zu Herzschmerzen, später wenn die Arteriosklerose und Verkalkung der Herzkranzgefäße weiter zunimmt, kann dies zu Schmerzen in Ruhe und zum Herzinfarkt kommen. Um eine solche Bedrohung frühzeitig und bevor es zu spät ist herauszufinden, sind die genannten Untersuchungen erforderlich.

Beschwerden ernst nehmen!

Die hinter solchen Herzschmerzen verborgene koronare Herzerkrankung kann schließlich zu einem lebensbedrohlichen Herzinfarkt führen. Deshalb sollten Sie die geschilderten Herzbeschwerden unbedingt ernst nehmen, was Sie mit Ihrer Sprechstundenanfrage bei der Deutschen Herzstiftung ja auch bereits getan haben. Wenn Ihr Hausarzt die Untersuchungen nicht selbst durchführen kann, wird er Sie an eine Kardiologin oder einen Kardiologen weiterüberweisen.

Was tun, wenn man keinen Termin bekommt?

Wenn Sie nicht sofort einen Termin bekommen und eine deutliche Verschlechterung der Beschwerden auftritt, d. h. die Beschwerden zum Beispiel schon in Ruhe ohne Belastung kommen, wenden Sie sich bitte in Absprache mit Ihrem Hausarzt an die kardiologische Ambulanz der nächsten Klinik.

Wichtig: Falls die Brustschmerzen beim Ausruhen mal nicht nach wenigen Minuten wieder verschwinden, müssen Sie unbedingt an einen Herzinfarkt denken und sofort den Notarzt alarmieren. Möglicherweise ist es dann zu einem kompletten Verschluss eines Herzkranzgefäßes gekommen, was eine Notfallbehandlung im Krankenhaus erfordert.


Foto von Prof. Strasser

Prof. Dr. med. Ruth H. Strasser vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung und Ärztliche Direktorin des Herzzentrums Dresden Universitätsklinik an der Technischen Universität Dresden

(Redaktion: ebe)

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Bislang 8 Kommentare zu diesem Beitrag

Renate M. aus Bochum (19.02.2012): Bei mir ist es gleich wie oben schon beschrieben Ich habe vom Kardiologen 1 Betablocker bekommen, es ist nicht besser geworden. Mein Hb-Wert liegt zur Zeit bei 11 und ich bekomme 1 mal in der Woche 1 Spritze Vitamin B12 und Folsäure zur Blutbildung. Ich hatte das schon oft. Einmal war der Hb-Wert bei 8, da bekam ich kaum noch Luft. Eine Knochenmarkpunktion habe ich auch schon hinter mir, doch im Knochenmark werden genug rote Blutkörperchen gebildet. Damals habe ich so viele Spritzen bekommen, dass ich im Blut Vit. B12 3-mal soviel hatte wie angegeben, was der Normalwert ist und die Folsäure war auch doppelt so hoch. Mein Hb-Wert ist geblieben, nicht höher geworden. Ich habe dieses Mal das Gefühl, dass es vom Herzen kommt. Vor 2 Jahren schwere Herzrhythmusstörungen und Extrasystolen etwas besser durch den Betablocker. Was soll ich tun? Mein Kardiologe hatte mir zu 1 Herzkatheter-Untersuchung geraten. Mein Hausarzt war dagegen?

Antwort der Deutschen Herzstiftung: Vielen Dank für Ihren Kommentar. Für Fragen zu diesem Thema können Sie am einfachsten die » Sprechstunde der Herzstiftung nutzen, da Nachfragen an dieser Stelle aus technischen Gründen nicht beantwortet werden können. Alles Gute und herzliche Grüße! Ihr Mitarbeiter-Team der Deutschen Herzstiftung

Renate M. aus Bochum (10.02.2012): Ich habe auch Luftnot beim Treppensteigen und Schmerzen unter der Brust, die aber schnell vergehen, wenn ich wieder zu Atem komme. Vor ca. 3 Jahren hatte ich schlimme Herzrhythmusstörungen und Extrasystolen, die der Kardiologe mit 1 Betablocker gut hinbekommen hat. Jetzt habe ich seit einiger Zeit wieder diese Luftnot. Muss dazu sagen, dass ich meistens 1 Hb-Wert von 11 habe und dann auch bei Anstrengung oder Treppensteigen so außer Atem bin, so dass ich eine Weile gar nicht sprechen kann. Der Kardiologe wollte 1 Herzkatheter-Untersuchung machen. Mein Hausarzt ist dagegen, habe erst mal abgesagt. Die Begründung meines Hausarztes lautet: nur 46 Kilo, niedriges Cholesterin, das gute HDL sogar höher als das LDL insgesamt ca. 140., nicht zuckerkrank, keinen hohen Blutdruck, eher zu niedrig, kein Übergewicht. Die Untersuchung wäre nicht ungefährlich und ich hätte keine typischen Risikofaktoren, bin nun total verunsichert, was ist richtig, was nicht? Meine Mutter hatte 2 Schlaganfälle trotz niedrigem Blutdruck und Normalgewicht, bzw. Idealgewicht. Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen, vielen dank im voraus. mit herzlichen grüßen Fr. Renate M.
PS: Werde 68 Jahre in diesem Jahr.

Helmut B. aus Mehring/Mosel (09.02.2012): Ich werde im März 63 Jahre. Anfang der 50 hatte ich leichtes Übergewicht und fing an zu joggen. Sportlich habe ich mich bis dahin nur einmal wöchentlich betätigt. Da ich bis dahin auch mit Gartenarbeit und nebenberuflich mit Weinbergsarbeit in Bewegung blieb, hielt ich dies für ausreichend. Hauptberuflich hatte ich eher kaum körperliche Belastung, doch mit zunehmendem Alter wurde der Job immer stressiger. Ich glaubte nun mein Heil beim Joggen zu finden. Scheinbar habe ich dies zur der Zeit ein bisschen übertrieben. Nach einiger Zeit fing ich an stramm zu marschieren und ich bekam hin und wieder immer dieses oben beschriebene Symptom der Brustenge und Brustschmerzen, die sich nach ein paar Minuten Pause dann in Luft auflösten. Als dies nach einiger Zeit häufiger wurde, suchte ich meinen Hausarzt auf und das ganze Prozedere mit Belastungs-EKG etc. nahm seinen Lauf. Nachdem auch mittlerweile die 2. Herzkatheteruntersuchung keinen besonderen Befund ergab und ich seit einem Jahr nach Altersteilzeit in Frührente bin, geht es mir eigentlich ganz gut. Ich halte mich durch tägliche Wanderungen oder Fahrradfahren (in der wärmeren Jahreszeit) von 1-1,5 Stunden fit. Die damaligen höheren Blutdruckwerte, die alle Ärzte nur mit Medikamenten behandeln wollten, habe ich mit ausreichender Bewegung und einer etwas gesünderen Lebensführung in den Griff bekommen. Die Schmerzen in der Brust erscheinen nur noch ganz selten und bei körperlicher Höchstlast.

Der langen Worte kurzer Sinn. Es kann auch ohne Medikamente mit einer geänderten Lebensweise eine Besserung eintreten. Da kann ich allerdings nur für mich sprechen.

D. A. aus Otterndorf (15.11.2011): Auch bei mir (w, 54 J.) waren diese beschriebenen Anzeichen da, besonders unter Belastung. Beim Schnee schieben bekam ich fast keine Luft mehr, ich dachte es seien die Bronchien. Zwei Monate später wurden in einer Not-OP zwei Bypässe gelegt. Ich hatte großes Glück und bin unendlich dankbar. Der Blutdruck sowie die Blutfettwerte waren in den letzten Jahre zu hoch (Wechseljahre). Außerdem hatte ich viel Stress und Sorgen. Ein ganz wichtiger Punkt ist auch eine familiäre Vorbelastung gewesen. In diesem Fall hat mein Kardiologe richtig reagiert und eine Herzkatheter Untersuchung vorgenommen, alles weitere s.o.

Bernd W. aus Marbach am Neckar (20.09.2011): Ich heiße Bernd W., bin 46 Jahre und kurz davor einen Herzinfarkt. Mir hat man einen Stent eingesetzt. Ich habe auch Schmerzen in der Brust bekommen beim Gehen und Treppensteigen. Habe das meinem Hausarzt gesagt und er hat ein Belastungs-EKG gemacht. Bin durchgefallen, mußte aufhören, sonst hätte er mich vom Fußboden aufheben müssen. Mir wurde schwindlig und es hat sich alles gedreht, die Schmerzen im Brustbereich sind auch stärker geworden.

Willibert B. aus Heimbach (19.05.2011): Mein Mann, auch 62 Jahre, hat gerade einen Herzinfarkt hinter ich. Wichtig ist, nicht lange zögern zum Arzt gehen oder einen Notarzt rufen, denn der Zeitfaktor ist wichtig.

Anton S. aus Solnhofen (08.03.2011): Bei mir war so ein Stechen beim Treppensteigen im Brustkorb und jetzt habe ich einen Stent bekommen und mir geht es wieder gut. Hätte ich zu lange gewartet, wäre es wahrscheinlich zu einem Herzinfarkt gekommen.

Wolfgang K. (04.02.2011): So oder ähnlich geht es wohl vielen. Beschwerden habe ich schon viele Jahre. Die ersten Jahre wurden die Symptome psychosomatisch begründet (Herbst 1981, September 1986, Herbst 1989). Erst 1997 nach einem kleinen fast unbemerkten Schlaganfall wurden ernsthafte Schäden festgestellt (beidseitige Halsschlagader-Verengungen). 2005 gesellte sich Diabetes Typ 2 dazu. 2009 hatte ich im Sommer den Eindruck, dass man mich bei der Einstufung zur Rente vergessen hätte. Trotzdem fuhr ich weiterhin als Leiharbeiter (Elektriker) bundesweit auf Montage und musste zusehen, wie mir die Jugend mit meinen 62 Jahren davonlief. Bis zum großen Knall im September 2009 kamen dann all die Beschwerden dazu, die ich, so wie sie beschrieben wurden, heute besser deuten und einordnen kann. Mir wurde erst mal mit einem Stent im September 2009 und nach dem Infarkt im November 2009 mit weiteren zwei Stents geholfen. Die Angst bleibt, doch die Hoffnung stirbt zuletzt. Es gibt schlimmere Schicksale. Mir konnte im Januar 2011 schon wieder nach einer 99 %iger In-Stent-Restenose geholfen werden.

 
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